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US-Kids nutzen Medien fast acht Stunden täglich
Geschrieben am 21. Januar 2010 Keine KommentareUS-amerikanische Kinder und Jugendliche verbringen durchschnittlich sieben Stunden und 38 Minuten pro Tag vor dem Fernseher, mit Videospielen oder beim surfen im Internet. In den vergangenen fünf Jahren habe der Medienkonsum um 1 Stunde und 17 Minuten zugenommen und ist nun auf einem neuen Rekordhoch angelangt heißt es in einem Bericht der Kaiser Family Foundation. Befragt wurden für den Bericht 2000 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren.
Wie Victoria Rideout, eine der Autorinnen des Berichtes vorrechnet, liegt die Zeit für den Medienkonsum dieser Mädchen und Jungen mit 53 Stunden pro Woche erheblich über dem, was berufstätige Erwachsene mit Arbeit verbringen. Weil die Kinder oftmals mehr als ein Medium gleichzeitig nutzen, schaffen sie es sogar, täglich den Gegenwert von zehn Stunden und 45 Minuten an Inhalten zu konsumieren. Diese Zahlen beinhalten ausschließlich den Gebrauch von Medien zur Unterhaltung. Nicht eingeschlossen wurde beispielsweise die Zeit am Handy, in der tatsächlich telefoniert wurde sowie die Nutzung von Computern für die Schularbeiten.
Zu der Entwicklung beigetragen habe wohl auch die explosionsartige Vermehrung von Handys, iPods und ähnlichen Geräten, vermutet Rideout. Während im Jahr 2004 “nur” 39 Prozent der US-Kids ein Handy besaßen, sind es mittlerweile 66 Prozent, also zwei Drittel. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der Jugendlichen mit MP3-Spielern von 18 auf 76 Prozent. Mit 49 gegenüber 33 Minuten wird dem Bericht zufolge mit den Handys auch deutlich mehr gespielt und Musik gehört, als telefoniert. Auch Fernsehgeräte prägen weiterhin den Alltag. Sie laufen bei 64 Prozent aller amerikanischen Familien auch während der Mahlzeiten und sind in 45 Prozent der Haushalte “fast die ganze Zeit” angeschaltet – auch wenn niemand die Sendungen verfolgt. Zusätzlich zu den Geräten im Wohnzimmer stehen Fernseher in 71 Prozent aller Kinderzimmer.
Obwohl die US-Kids nach wie vor etwa 25 Minuten täglich damit verbringen, Bücher zu lesen, scheinen Zeitschriften und Tageszeitungen immer weniger zu interessieren. Binnen fünf Jahren sank die für Zeitschriften aufgebrachte Zeit von 14 auf 9 Minuten täglich. Für Tageszeitungen halbierte sich dieser Wert im gleichen Zeitraum von sechs auf drei Minuten. Dass die Kinder und Jugendlichen nunmehr zwei Minuten täglich Zeitungen und Zeitschriften online lesen, konnte den Rückgang in der Lesebilanz nicht ausgleichen.
Viel lieber verbringen die Heranwachsenden ihre Online-Zeit mit YouTube. Die Webseite, auf der man fremde Videos anschauen und eigene präsentieren kann, besuchen typische US-amerikanische Jugendliche 15 Minuten am Tag. Noch lieber tummeln sie sich aber in Facebook und anderen sozialen Netzwerken. Drei Viertel der Schüler in den Klassen sieben bis zwölf haben dort ein Profil mit persönlichen Daten angelegt, fanden die Forscher heraus.
Ob der Medienkonsum zu schlechteren Schulnoten führt, lassen die Autoren des Berichtes offen. Allerdings bemerken sie, dass unter jenem Fünftel der Kinder mit heftigem Mediengebrauch (mehr als 16 Stunden pro Tag) beinahe die Hälfte schlechte Schulnoten hatte. Unter den Kindern mit weniger als drei Stunden täglichem Mediengebrauch betrug der Anteil mit schlechten Schulnoten dagegen nur 23 Prozent – also weniger als ein Viertel.
Im Vergleich zu den USA, wo die Kaiser Family Foundation nunmehr schon den dritten umfassenden Bericht zur Mediennutzung Jugendlicher vorgelegt hat, sind die Daten für Deutschland eher lückenhaft. Aus einer Übersicht der Hessischen Landesstelle für Suchtgefahren kann man jedoch auf eine Fernsehzeit von täglich etwa drei Stunden schließen. Forscher der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Mainz haben zudem kürzlich 256 Schüler im Saarland befragt und dabei festgestellt, dass diese Werktags durchschnittlich 3,2 Stunden aktiv im Internet verbrachten, an den Wochenenden waren es sogar 4,3 Stunden.
Quelle:
- Generation M2: Media in the Lives of 8- to 18-Year-Olds. Program for the Study of Media and Health der Kaiser Family Foundation
Weitere Informationen:
- Seit 1999 führt der medienpädagogische Forschungsverbund Südwest regelmäßige Studien zum Stellenwert der Medien bei Kindern (KIM) und Jugendlichen (JIM) durch.
- Fernsehen macht “dick, dumm und gewalttätig”, argumentiert der Hirnforscher Professor Manfred Spitzer in vielen seiner Bücher. Eine Rezension zu seinem Werk “Vorsicht Bildschirm” finden Sie hier.
- Gewalt durch neue Medien? Ein Interview mit Professor Manfred Beutel
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Die Wochenschau 02-2010
Geschrieben am 18. Januar 2010 Keine Kommentare- Nach 25 Jahren Forschung gibt es (wieder einmal) Hoffnung auf einen Impfstoff gegen die Tropenkrankheit Malaria, meldet Marcus Theurer aus London in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Jo Cohen habe die Vakkzine für GlaxoSmithKline (GSK) entwickelt, den viertgrößten Pharmakonzern der Welt. Mitbeteiligt war als Geldgeber die von Microsoft-Gründer Bill Gates finanzierte Malaria Vaccine Initiative. Der Impfstoff befindet sich demnach in Phase III der klinischen Prüfung, einem Stadium in dem normalerweise die entscheidenden Daten für die Marktzulassung gesammelt werden. Laut Cohen liegt die Gefahr eines Scheiterns in dieser Phase nur noch bei 10 bis 15 Prozent – “gefühlsstatistisch” scheint sie mir höher zu sein. Mag sein, dass GSK die gute Nachricht gerade jetzt verbreitet, weil das Unternehmen als einer der Hauptproduzenten eines Impfstoffes gegen die Schweinegrippe derzeit von vielen Seiten der Panikmache und Preistreiberei bezichtigt wird. Aber erstens glaube ich nicht an solch eine “Verschwörung”. Zweitens darf, wer Gutes tut, auch darüber reden. Und drittens ist die Malaria mit geschätzten 900000 Todesopfern jährlich nach vor einer der schlimmsten Killer unter den Infektionskrankheiten.
- Die neuesten europäischen Zahlen zur so genannten Schweinegrippe fasst das Deutsche Ärzteblatt zusammen. Demnach haben sich bisher 36,4 Millionen Europäer gegen die neue Form der Influenza impfen lassen und zwar ohne, dass ein Anstieg schwerwiegender Impfkomplikationen erkennbar sei. Die Daten stammen aus einer Pressemitteilung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMEA und von EudraVigilance, einem Netzwerk zur Erfassung von Nebenwirkungen bereits zugelassener Arzneien und Impfstoffe, wo man 8580 Berichte zur Schweinegrippe-Impfung registriert hat. Dem stehen bislang 2078 Todesopfer durch die neue Grippe in Europa gegenüber. Auch für die USA gibt es neue Zahlen, diesmal von deren “Krankheitskontrollzentrum” CDC. Zwischen April und 12. Dezember 2009 gab es demnach geschätzte 55 Millionen Infektionen, das entspricht etwa etwa jedem sechsten Einwohner. Knapp 250000 mussten deswegen ins Krankenhaus, und 11160 Menschen starben. Danke für den Hinweis an Volker Stollorz, dem Experten zum Thema unter Deutschlands Wissenschaftsjournalisten.
- Und zu guter Letzt frage ich Sie, ob sie es auch gemerkt haben. Dass nämlich das letzte Wochenende irgendwie mehr Spaß gemacht hat, als die Arbeitswoche davor? Dann geht es Ihnen wie Richard Ryan, Professor für Psychologie an der Universität von Rochester. “Von Bauarbeitern und Sekretärinnen bis hin zu Ärzten und Rechtsanwälten sind die Menschen von Freitag Abend bis zum Sonntag Nachmittag besser gelaunt und aktiver und sie haben weniger Sorgen und Schmerzen”. So lautet das Ergebnis einer Studie mit 74 arbeitenden Erwachsenen, die Ryan soeben im Journal of Social and Clinical Psychology veröffentlicht hat. Außerdem hat der Wissenschaftler festgestellt, dass es einen engen Zusammenhang gibt zwischen dem “Wochenend-Effekt”und 1. Der Freiheit, zu tun was man will sowie 2. Der Gelegenheit, Zeit mit den Menschen zu verbringen, die man liebt. Mit dieser Erkenntnis ist Ryan sicher ein heißer Kandidat für den Ig-Nobelpreis…
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G-Punkt wieder nicht gefunden
Geschrieben am 4. Januar 2010 Keine KommentareEin Forscherteam vom Kings College in London hat 900 weibliche Zwillingspaare untersucht und ist dabei zu einem erstaunlichen Schluss gekommen: Der G-Punkt, dessen Stimulation Frauen angeblich das größtmögliche Glücksgefühl verschaffen soll, existiert gar nicht. Die umstrittene Zone ist nach dem deutschen Arzt Ernst Gräfenberg benannt, der vor nunmehr 60 Jahren in einem Fachartikel diesen Punkt ausgemacht haben will. Er soll circa fünf Zentimeter vom Eingang der Scheide entfernt an deren Vorderwand liegen.
Doch die nun vorgelegte, bislang größte Untersuchung zu dieser Frage konnte dies nicht bestätigen. Die Wissenschaftler um die Schweizer Sexualforscherin Andrea Burri hatten dies bereits vermutet und auf eine Bestätigung durch die 1800 befragten Frauen gehofft . Von denen gab zwar die Mehrzahl (56 Prozent) an, sie hätten einen G-Punkt. Vor allem jüngere und sexuell aktivere Frauen behaupteten dies. Das Muster der Antworten legt jedoch nahe, dass diese Frauen irrten.
Nicht umsonst hatten sich die Wissenschaftler bei ihrer Untersuchung nämlich auf Zwillingspaare konzentriert. Die Überlegung war, dass eineiige Zwillingspaare jeweils die gleiche Antwort hätten geben müssen, da sie ja aus der gleichen Eizelle hervorgegangen sind und somit identische Gene haben – mit einem (fast) identischen Körperbau. Zweieiige Zwillinge, deren Erbmaterial wie bei anderen Geschwistern jeweils nur zu 50 Prozent übereinstimmt, haben einen deutlich unterschiedlichen Körperbau. Also hätten die Antworten dieser Paare häufiger verschieden ausfallen müssen als bei den eineiigen Zwillingen. Dies war aber nicht der Fall. Den Einwand, dass der Besitz eines G-Punktes etwa von der Ernährung oder von bestimmten Sexualpraktiken abhängen könne, wies Burris Kollege Professor Tim Spector zurück, denn dies sei extrem unwahrscheinlich.
Burri legte großen Wert darauf, Frauen ihre Minderwertigkeitsgefühle zu nehmen, die bei sich keinen G-Punkt feststellen konnten. “Es ist ziemlich unverantwortlich, die Existenz einer Struktur zu behaupten, die niemals nachgewiesen wurde, und damit Frauen und Männer unter Druck zu setzen”, sagte die erst 30-jährige Forscherin.
Kritik an der neuen Studie kam von Beverly Whipple, einer mittlerweile emeritierten Professorin der Rutgers Universität im US-amerikanischen New Jersey, die mit geholfen hatte, den G-Punkt populär zu machen. Die Untersuchung sei fehlerhaft, weil die Erfahrungen lesbischer und bisexueller Frauen nicht ausgewertet wurden und weil man die Auswirkungen unterschiedlicher Sextechniken nicht berücksichtigt habe. “Und das größte Problem ist, dass auch Zwillinge im Allgemeinen unterschiedliche Partner im Bett haben”, so Whipple.
Nachtrag vom 29.1.2010:
Anscheinend hat den Franzosen die aus England stammende Forschungsarbeit überhaupt nicht gefallen. Wie die Tageszeitung The Guardian in einem köstlichen Artikel berichtet, beharrten mehrere in Paris versammelte ForscherInnen darauf, dass der G-Punkt existiert – und zwar bei “mindestens 60 Prozent” der (französischen?) Frauen. Die Engländer hätten eine ungute Tendenz, die Mysterien der Sexualität in absoluten Dimensionen erfassen zu wollen, kritisieren die Französinnen. Und der Chirurg Pierre Foldès warf den Anglosachsen mangelnden Respekt vor den Äußerungen der Frauen vor. “Für alles müssen sie einen Grund haben oder ein Gen, das die Sache erklärt”, schimpfte die Gynäkologin Odile Buisson und fügte hinzu: “Das ist totalitär”. Eine Sache haben die französischen “Wissenschaftler” allerdings übersehen: Dass nämlich die “englische” Studie von der Schweizerin Andrea Burri geleitet wurde, und die ist, wie man einem Porträt in der Schweizer Boulevardzeitung “Blick” entnehmen kann, weder prüde, noch frauenfeindlich und erst recht nicht häßlich.
Weitere Informationen:
- Dass die Existenz des G-Punktes umstritten ist, bemerkt auch die Wikipedia in diesem lesenswerten Artikel.
- Wer mehr über die Fragen und Methoden der Sexualforschung wissen will, dem sei das ebenso lustige wie gründlich recherchierte Buch “Bonk” von Mary Roach empfohlen.
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Wissenschaftsjournalismus – So geht das!
Geschrieben am 11. September 2009 Keine KommentareNoch kann ich darüber lachen:
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Woher der Schnauzer seinen Schnauzer hat
Geschrieben am 27. August 2009 Keine KommentareAnnähernd 800 verschiedene Hunderassen gibt es nach Schätzungen weltweit – die genaue Zahl ist selbst unter Experten umstritten. Ein wenig Licht in das kaum durchschaubare Wirrwarr bringt jetzt eine Gruppe US-amerikanischer Genetiker vom Nationalen Humangenom Forschungsinstitut (NHGRI). Vom Affenpinscher bis zum Zwergdackel konnten sie die Beschaffenheit des Hundefells in den meisten Fällen auf Varianten von nur drei Genen zurück führen, berichten die Wissenschaftler in der online-Ausgabe der Fachzeitschrift Science.

Goldener Retriever-Welpe (Bild: Michael McPhee)
Für die Untersuchung nutzte das Team Blutproben von mehr als 1000 Hunden, die zu 80 anerkannten Rassen gehören. Getestet wurden zuerst 96 Dackel (Kurzhaar-, Langhaar- und Rauhhaardackel), dann 76 Portugiesische Wasserhunde mit entweder gewelltem Langhaar oder gekräuseltem Kurzhaar, und schließlich nahm man die Gendaten von 903 weiteren Tieren mit den unterschiedlichsten Fellvarianten unter die Lupe. Aus dem Vergleich zwischen den unterschiedlichen Felltypen und den Varianten im Erbgut der Tiere ergab sich, dass jeweils ein Gen für die drei Grundeigenschaften des Fells ausschlaggebend ist: Länge, Gelocktheit und Textur. Kombinationen dieser drei Gene erklärten 95 Prozent aller untersuchten Felltypen, teilten die Wissenschaftler mit.
Bei dem “schnurrbärtigen” Hundetyp, wie ihn etwa der Schnauzer repäsentiert, konnten die Wissenschaftler eine Veränderung in dem Gen RSPO2 dingfest machen. Cockerspaniels und ähnliche Hunderassen verdanken ihr seidiges, langes Haar dagegen einer Mutation in dem Gen FGF5. Die Locken des Irischen Wasserspaniels gehen auf eine spezielle Veränderung des Gens KRT71 zurück. Und wenn alle drei Varianten zusammen auftreten, entsteht ein Fell wie beim Pudel. Sowohl das “Langhaargen” FGF5 als auch das “Lockengen” KRT71 waren für die Wissenschaftler keine Unbekannten. Sie beeinflussen die Art des Fells auch bei Mäusen und Katzen und sie könnten auch die Haartracht des Menschen mitprägen, vermutet die Teamleiterin Elaine Ostrander vom NHGRI.
Die aus Steuermitteln finanzierte Untersuchung wurde ohnehin nicht unternommen, um die Neugier von Hundebesitzern über die Abstammung und Verwandtschaftsverhältnisse ihrer Lieblinge zu befriedigen. “Die Studie ist ein elegantes Beispiel für den Gebrauch genetischer Techniken, um die Wurzeln der biologischen Vielfalt zu ergründen”, erklärte Institutsdirektor Eric Green. Das gleiche Verfahren könne helfen, Erbanlagen zu finden, deren komplexes Zusammenwirken zu menschlichen Krankheiten wie Krebs, Herzleiden, Diabetes und Fettsucht führt, betonte auch Ostrander.
Quelle:
- Cadieu E et al. Coat Variation in the Domestic Dog is Governed by Variants in Three Genes. Science doi:10.1126/science.1177808
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Katze dressiert Frauchen
Geschrieben am 13. Juli 2009 Keine KommentareKatzenfreunde wissen, dass diese Haustiere kaum zu dressieren sind. Dass die Miezen statt dessen ihre Besitzer geschickt manipulieren, mag manch einer geahnt haben. Erst jetzt aber sind Wissenschaftler der Universität von Sussex im englischen Brighton den cleveren Vierbeinern durch die Auswertung von Tonaufnahmen auf die Schliche gekommen. Katzen lernen nämlich erstaunlich schnell, so zu miauen, dass Menschen diese Rufe als besonders dringlich empfinden, berichten die Psychologin Karen McComb und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift Current Biology.
Wenn sie Futter wollen, mischen die listigen Vierbeiner demnach gekonnt zwei Signale: Ein dringlicher Schrei wird eingebettet in angenehmes Schnurren – und das Ergebnis ist für die meisten Menschen kaum zu ignorieren. “Dies ist eine sehr subtile Art, jemanden zum Handeln zu bewegen”, kommentierte McComb. “Solch ein bettelndes Schnurren finden Menschen wahrscheinlich eher akzeptabel als ein unverstelltes Miauen, wodurch die Katzen wahrscheinlich sofort aus dem Schlafzimmer geschmissen würden.” Die Forscherin vermutet, dass diese Art der Katzensprache ein unterschwelliges Signal sendet, das eine angeborene Empfänglichkeit des Menschen für Geräusche ausnutzt, die mit der Ernährung des Nachwuchses zusammen hängen.
Zu der Untersuchung sei sie durch ihre eigene Katze inspiriert worden, von der sie jeden Morgen durch ein sehr beharrliches Schnurren geweckt werde, sagte McComb. Dann habe sie im Gespräch mit anderen Katzenbesitzern erfahren, dass deren Tiere den gleichen Trick beherrschen. Weil McComb am Center for Mammal Vocal Communication Research bereits seit vielen Jahren die Laut-Verständigung von Elephanten, Löwen und anderen Säugetieren untersucht, beschloss sie, auch dem Phänomen des unwiderstehlichen Katzenschnurrens auf den Grund zu gehen.
Durch eine Reihe von Tonbandaufnahmen, die in ihre Einzelteile zerlegt und anlaysiert wurden, konnten die Forscher das entscheidende Element isolieren. Ein ungewöhnliches, hochfrequentes Geräusch ähnlich einem Schrei oder Miauen vermittelt demnach die nötige Dringlichkeit, wird aber trotzdem von Menschen als angenehm empfunden (-> Tonaufnahmen). Als das Team die Aufnahmen manipulierte und ohne dieses spezifische Element neu abmischte, empfanden Testhörer den Katzenschrei als weitaus weniger dringend.
McComb glaubt, dass dieser spezielle Ruf zwar auch im normalen Schnurren der Tiere enthalten ist, “wir denken aber, dass Katzen lernen, dieses Element enorm zu übertreiben, wenn es sich als wirksam erweist, um Menschen zum Handeln zu bewegen”.
Quelle:
- Charlton et al. The cry embedded within the purr. Current Biology 9 vom 14 Juli 2009.



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