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Tai Chi dämpft Schmerzen bei Kniegelenks-Arthrose
Geschrieben am 29. Oktober 2009 2 KommentareÄltere Patienten, die unter einem vorzeitigen Verschleiß des Kniegelenks leiden, können ihre Schmerzen offenbar durch regelmäßige Tai Chi-Übungen vermindern. Wie der Mediziner Dr. Chenchen Wang und dessen Kollegen von der Tufts University School of Medicine in der Fachzeitschrift Arthritis Care and Research berichten, hat man die Wirksamkeit des chinesischen Volkssports bei 40 übergewichtigen Senioren erfolgreich getestet. Die durchschnittlich 65 Jahre alten Versuchsteilnehmer wurden per Los in zwei Gruppen aufgeteilt, von denen die eine zwei mal wöchentlich für eine Stunde Tai Chi-Unterricht erhielt, während die andere Gruppe über ihre Krankheit – die Kniegelenksarthrose – informiert wurde und zusätzlich 20-minütige Dehnungsübungen absolvierte.
Nach zwölf Wochen stellten die Wissenschaftler anhand einer speziellen Schmerzskala (WOMAC) fest, dass die Schmerzen bei den Tai Chi-Praktikern wesentlich stärker abgenommen hatten, als bei der Vergleichsgruppe. Außerdem förderten die Tai Chi-Übungen sowohl die Fitness als auch das Selbstvertrauen stärker als die spezielle Krankheitsberatung, und in der Tai Chi-Gruppe traten zudem Depressionen seltener auf.
Der ursprünglich als Kampfkunst entwickelte chinesische Volkssport Tai Chi (auch T ai-Chi-Ch´uan oder chinesisches Schattenboxen genannt) besteht aus extrem langsamen, fließenden Bewegungen, die mit großer Konzentration ausgeführt werden. Die Übungen sollen angeblich nicht nur die Gesundheit fördern, sondern auch die Entwicklung der Persönlichkeit, sagen Anhänger des Tai Chi. Wissenschaftlich untersucht wurde die Methode jedoch erst in den vergangenen Jahren. Dabei sank in mehreren Studien der Blutdruck der Teilnehmer, andere fanden eine verbesserte Balance und in einer weiteren Untersuchung führte das Tai Chi zu mehr Fingerspitzengefühl.
“Tai Chi ist eine Methode für Geist und Körper, die als Behandlung für Ältere mit Kniegelenksarthrose geeignet ist”, folgerte Wang aus seiner Studie. Die körperlichen Übungen stünden im Einklang mit aktuellen Empfehlungen zur Behandlung des krankhaften Gelenkverschleißes. Wie manche andere Forscher ist auch Wang davon überzeugt, dass die geistigen Übungen und Meditationen des Tai Chi die negativen Auswirkungen der Schmerzen auf die Patienten vermindern, indem sie die Psyche stabilisieren und die Zufriedenheit mit dem Leben erhöhen. “Unsere Beobachtungen unterstreichen die Notwendigkeit, die biologischen Wirkungen des Tai Chi näher zu untersuchen, damit mehr Menschen davon profitieren können”, so Wang.
Quelle:
- Wang C et al. Tai Chi Is Effective in Treating Knee Osteoarthritis: A Randomized Controlled Trial. Arthritis Care and Research. Online, 29. Oktober 2009. DOI:10.1002/art.24832
Weitere Informationen:
- Tai Chi verbessert das Feingefühl, berichteten Hirnforscher bereits 2007 auf der Jahrestagung der Society for Neuroscience. Und schon 1998 fand man: Tai Chi senkt den Blutdruck
- Bei Wikipedia findet man nähere Erläuterungen sowohl zum Tai Chi als auch zu einer ähnlichen Form chinesischer Meditations- und Bewegungsübungen, dem Qigong (=Chigong).
- Ebenfalls bei Wikipedia gibt es ausführliche Artikel zur Kniegelenksarthrose im Speziellen und zur Arthrose (Gelenkverschleiß) im Allgemeinen. Nur für Betroffene ist das Deutsche Arthrose Forum gedacht.
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Künstliches Kniegelenk: Bluttest bestimmt Risiko
Geschrieben am 6. August 2009 Keine KommentareVorbemerkung: Es folgt eine Pressemitteilung der Universität Erlangen-Nürnberg. Sie wurde ausgewählt zur Wiedergabe auf Simmformation, weil sie Wissenswertes zur Kniegelenkarthrose enthält: Die hier zusammen gefasste Studie könnte nämlich in Zukunft dazu beitragen, das Risiko für diese Krankheit besser vorherzusagen. Besonders gefährdete Menschen hätten dann einen stärkeren Anreiz, abzunehmen und das Ausbrechen der Kniegelenksarthrose zu verhindern oder zu verzögern.
Forscher des Universitätsklinikums Erlangen haben gemeinsam mit Kollegen der Medizinischen Universität Innsbruck einen Bluttest entwickelt, mit dem das Risiko einer Hüft- und Kniegelenkarthrose vorausgesagt werden kann. Grundlage ist eine an rund 900 Patienten durchgeführte Studie, die jetzt im amerikanischen Fachmagazin “Arthritis & Rheumatism” veröffentlicht wurde. In der Studie unter Leitung von Professor Georg Schett, Direktor der Medizinischen Klinik 3 am Universitätsklinikum Erlangen, konnte erstmals bewiesen werden, dass mit einem einfachen Bluttest das Risiko, im weiteren Verlauf des Lebens an einer Knie- und Hüftgelenkarthrose (Gelenkverschleiß) zu erkranken, bestimmt werden kann. Der Schlüssel zur Risikoeinschätzung ist ein Eiweiß namens VCAM-1, das eigentlich mit Gefäßverkalkung (Atherosklerose) in Zusammenhang steht. “Patienten mit hohem VCAM1 -Spiegel erkranken unabhängig von Alter und Körpergewicht vier- bis fünfmal häufiger an einer Knie- und Hüftgelenkarthrose als Patienten mit einem niedrigen VCAM1-Spiegel”, sagte Schett.

Professor Georg Schett (Foto: Uniklinikum Erlangen)
In der Studie wurden 912 Südtiroler über einen Zeitraum von 15 Jahren beobachtet. Im Mittelpunkt standen dabei Herz-Kreislauferkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems und des Muskel- und Skelettsystems. Den Studienteilnehmern wurde am Anfang der Studie Blut abgenommen, und sie wurden alle fünf Jahre komplett untersucht. Bei 60 Patienten, die am Ende des Untersuchungszeitraums an einer Hüft- und Kniegelenkarthrose litten und einen orthopädischen Gelenkersatz benötigten, stellten die Forscher einen eindeutig hohen Wert des VCAM-1-Eiweißes fest. “VCAM1 ist damit neben Lebensalter und Körpergewicht eines der wenigen Instrumente, die es ermöglichen, das Risiko einer Arthrose abschätzen zu können und zugleich der erste Labortest. VCAM1 kann einfach in Blutlaboren bestimmt werden und gibt dabei Aufschluss über ein weit verbreitetes Krankheitsrisiko”, so Schett. Der Vorteil für Betroffene: Ein übergewichtiger Patient mit hohem VCAM1-Wert könne sein Erkrankungsrisiko durch Gewichtsabnahme deutlich reduzieren.
Quelle:



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