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	<title>Simmformation v7 &#187; Parkinson</title>
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	<description>Artikel, Trends und Hintergründe aus Medizin &#38; Pharma, Gentechnik &#38; Hirnforschung</description>
	<lastBuildDate>Tue, 13 Dec 2011 13:24:00 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Gentherapie bessert Parkinson-Krankheit</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Apr 2011 14:19:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MSimm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehirn & Geist]]></category>
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		<category><![CDATA[Pharma, Gen- und Biotech]]></category>
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		<description><![CDATA[Nun ist es offiziell: Patienten, die an der Parkinson´schen Krankheit leiden, kann mithilfe einer Gentherapie geholfen werden. Dies zeigt die erste erfolgreiche Studie, bei der diese Methode mit Placebo verglichen wurde. 16 Patienten, denen man gentechnisch veränderte Viren ins Gehirn injiziert hatte, verbesserten sich auf einer gebräuchlichen Bewertungsskala binnen eines halben Jahres um durchschnittlich 23 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="height:33px;" class="really_simple_share"><div style="width:100px;" class="really_simple_share_facebook_like"> 
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		<div style="clear:both;"></div><p>Nun ist es offiziell: Patienten, die an der Parkinson´schen Krankheit leiden, kann mithilfe einer Gentherapie geholfen werden. Dies zeigt die erste erfolgreiche Studie, bei der diese Methode mit Placebo verglichen wurde. 16 Patienten, denen man gentechnisch veränderte Viren ins Gehirn injiziert hatte, verbesserten sich auf einer gebräuchlichen Bewertungsskala binnen eines halben Jahres um durchschnittlich 23 Prozent. Zwar verbesserte sich auch die Beweglichkeit von 21 weiteren Patienten, die lediglich eine Scheinoperation erhielten. Hier betrug der Unterschied zur Ausgangssituation jedoch im Mittel nur 13 Prozent.</p>
<div id="attachment_2130" class="wp-caption alignleft" style="width: 208px"><a rel="attachment wp-att-2130" href="http://simmformation.michaelsimm.de/2011/04/gentherapie-bessert-parkinson-krankheit/prof-dr-med-wolfgang-h-oertel-dgn-deutsche-gesellschaft-fuer-neurologie/"><img class="size-medium wp-image-2130" title="Prof. Dr. med. Wolfgang H. Oertel; DGN - Deutsche Gesellschaft fuer Neurologie" src="http://simmformation.michaelsimm.de/wp-content/uploads/2011/04/Professor-Wolfgang-Oertel-Quelle-DGN-198x300.jpg" alt="" width="198" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Eher skeptisch: Prof. Wolfgang Oertel, Direktor der Klinik für Neurologie an der Uni Marburg und neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (Foto: Gust)</p></div>
<p>Wenig euphorisch reagierte indes auf diese Nachricht einer der führenden Parkinson-Experten Deutschlands, Prof. Wolfgang Oertel, Direktor der <a href="http://www.uni-marburg.de/fb20/neurologie/index_html">Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Marburg</a>: &#8220;Die hier vorgestellte Therapieform ist noch nicht über den Status eines erfolgreichen Experimentes hinaus gekommen&#8221;, so Oertel in einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), deren Präsident er ist. Und weiter: &#8220;Patienten sollten sich keine kurzfristigen Hoffnungen machen und zunächst weiterhin auf eine Reihe bereits etablierter und sicherer Behandlungsverfahren setzen.&#8221;</p>
<p>Trotz Medikamenten hatte sich der Zustand der zwischen 30 und 75 Jahre alten Patienten immer weiter verschlechtert, berichten die Studienautoren um <a href="http://www.med.cornell.edu/research/mgkaplitt/biography.html">Michael Kaplitt vom Weil Cornell Medical Center</a> in der Fachzeitschrift <em>Lancet Neurology</em>. Sie litten zunehmend unter den typischen Symptomen der Krankheit wie Zittern (Tremor), Steifigkeit (Rigor) und verlangsamten Bewegungen (Dyskinesie). Daher habe man versucht, die fortscheitende Unterversorgung bestimmter Hirnregionen mit dem Botenstoff GABA durch die Infusion von Milliarden gentechnisch veränderter Viren in den so genannten Nukleus subthalamicus zu beheben, einen tief im Gehirn gelegenen Nervenknoten. Dem Eingriff waren jahrzehntelange Experimente in Zellkulturen, mit Versuchstieren und schließlich auch mit menschlichen Patienten voraus gegangen. Dabei hatten schwedische und US-amerikanische Arbeitsgruppen wiederholt Verbesserungen gemeldet, bei denen aber nicht auszuschließen war, dass sie eine Folge des so genannten Placebo-Effekts waren, bei dem bereits die Erwartungshaltung des Patienten eine Verbesserung bewirkt. Die wenigen kleinen Placebo-kontrollierten Studien wiederum hatten die anfänglichen Erfolgsmeldungen nicht bestätigen können.</p>
<p><strong>Vergleich mit Scheinoperation</strong></p>
<p>In der aktuellen Studie konnte nun erstmals eindeutig gezeigt werden, dass der Behandlungserfolg nicht alleine durch den Placeboeffekt erklärt werden kann. Tatsächlich verbesserte sich nach der Infusion der Viren die Beweglichkeit der Patienten auf der Skala UPDRS um 10 Prozentpunkte mehr als in der Vergleichsgruppe, bei der die Ärzte lediglich ein Loch in die Schädeldecke gebohrt hatten und bei der die Patienten selbst nicht wussten, ob sie eine echte Behandlung bekamen oder lediglich eine Scheinoperation.</p>
<p>Angesichts des eindeutigen Unterschiedes zugunsten jener Patienten, die eine echte Behandlung bekommen haben, sehen die beteiligten Wissenschaftler in der Gentherapie eine neue Alternative zur herkömmlichen Behandlung mit Medikamenten oder chirurgischen Eingriffen. Auch sei die Methode eine erfolgversprechende Option bei anderen neurologischen Erkrankungen. Die Forscher merken aber auch an, dass es bezüglich der Dyskinesien und der Lebensqualität keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den beiden Vergleichsgruppen gegeben habe.</p>
<p>Auch deshalb gibt DGN-Präsident Oertel sich eher skeptisch: Die erzielte Wirkung sei auch nicht besser als mit einigen milden bis mittelstarken Medikamenten, die den Ärzten zur Verfügung stehen, auch müsse das Ergebnis der Studie an einer größeren Anzahl bestätigt werden. &#8220;Zusammenfassend ist diese Studie also von hohem wissenschaftlichen Interesse, für die Behandlung der Parkinson-Patienten im Jahre 2011 hingegen hat sie noch keine therapeutische Bedeutung.&#8221;</p>
<p><strong>Quelle:</strong></p>
<p><a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21419704">Lewitt, PA et al. AAV2-GAD gene therapy for advanced Parkinson´s disease: a double-blind, sham-surgery controlled, randomised trial. Lancet Neurology online, March 17, 2011. DOI:10.1016/S1474-4422(11)70039-4.</a></p>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://phx.corporate-ir.net/phoenix.zhtml?c=106413&amp;p=irol-newsArticle&amp;ID=1540097&amp;highlight=">Pressemitteilung der Firma Neurologix (engl.)</a></li>
<li>Zum Vergleich:<a href="http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/313183.html"> Bericht von Martin Schäfer /dpd</a></li>
</ul>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/0b0e98c083d14d02ad62ee3f29e5623a" width="1" height="1" alt=""></p>
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		<title>Vom Labor zum Patienten</title>
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		<comments>http://simmformation.michaelsimm.de/2011/03/vom-labor-zum-patienten/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Mar 2011 17:02:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MSimm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehirn & Geist]]></category>
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		<category><![CDATA[Depression]]></category>
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		<description><![CDATA[Gefeiert wird er meist als Bioingenieur und als Pionier der Optogenetik, der dieser neuen und mächtigen Methode zu Untersuchung neuronaler Schaltkreise binnen weniger Jahre zum Durchbruch verhalf. Doch als Psychiater ist Karl Deisseroth auch in der medizinischen Praxis tief verwurzelt. Mindestens einmal in der Woche sieht er Patienten, die unter Depressionen leiden, unter Schizophrenie und [...]]]></description>
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		<div style="clear:both;"></div><p>Gefeiert wird er meist als Bioingenieur und als Pionier der <a href="http://simmformation.michaelsimm.de/2011/03/optogenetik-%e2%80%93-ein-kochrezept/">Optogenetik</a>, der dieser neuen und mächtigen Methode zu Untersuchung neuronaler Schaltkreise binnen weniger Jahre zum Durchbruch verhalf. Doch als Psychiater ist <a href="http://www.stanford.edu/group/dlab/about_pi.html">Karl Deisseroth</a> auch in der medizinischen Praxis tief verwurzelt. Mindestens einmal in der Woche sieht er Patienten, die unter Depressionen leiden, unter Schizophrenie und anderen bislang kaum verstandenen Gemütskrankheiten. &#8220;Erst allmählich kommen wir über den Punkt hinaus, wo wir psychiatrische Erkrankungen als biochemische Probleme begreifen, die durch das Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe entstehen&#8221;, sagt Deisseroth. Er hält diese Vorstellung für grob und ungenau und er vermutet, dass die Ursachen vielmehr in der Art und Weise liegen könnten, wie spezifische Nervenschaltkreise miteinander verbunden sind. In der Optogenetik, sieht Deisseroth deshalb auch ein neues Instrument, um die Funktion dieser Nervenschaltkreise aufzuklären und Störungen durch gezielte Stimulierung zu beseitigen.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/C8bPbHuOZXg" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Zwar ist die tiefe Hirnstimulation mit implantierten Elektroden bei fortgeschrittenen Parkinsonpatienten bereits ein etabliertes Verfahren, und es gibt auch erste Erfolgsberichte zur Behandlung von Depressionen mit dieser Methode. Charles Nemeroff von der Emory University School of Medicine etwa löste damit bei seinen Patienten eine &#8220;plötzliche Leichtigkeit&#8221; aus. Sie berichteten vom &#8220;Verschwinden der Leere&#8221; oder einem „plötzlichen Aufhellen des Raumes mit schärferen Details und intensiveren Farben&#8221;. Diese Ansätze seien aber zu ungenau und mit zu vielen Nebenwirkungen behaftet, meint Deisseroth. Ganze Hirnregionen oder Nervenknoten mit Elektroden zu stimulieren sei „wie ein Dirigent, der gleichzeitig das gesamte Orchester antreibt, anstatt die Flöten zu fordern und die Pauken zu dämpfen. Elektroden sind schnell, aber dumm.&#8221;</p>
<p>Dass es auch anders geht, hat Herbert Covington im Labor des renommierten Psychiaters Eric Nestler an der Mount Sinai School of Medicine in New York bereits im Tierversuch mit Mäusen demonstriert. Er erzielte mithilfe der Optogenetik bei gestressten Nagern mit Lichtblitzen eine ähnliche Wirkung wie mit Antidepressiva. Die Tiere, die vorher soziale Kontakte verweigert hatten, erlangten wieder ihr normales Artverhalten, nachdem Covington und dessen Kollegen Neuronen des präfrontalen Cortex stimuliert hatten.</p>
<p>Auch Garret Stuber und Antonello Bonci haben bereits einen optogenetischen Schalter in das Gehirn von Mäusen eingesetzt. Am Ernest Gallo Clinic and Research Center der University of California San Francisco untersuchten sie damit einen neuronalen Schaltkreis, der an der Regulation des Suchtverhaltens beteiligt ist. Dazu nahmen die Forscher eine anatomische Verbindung ins Visier, die sich tief im Hirn von der Amygdala entlang spezifischer Nervenfasern bis zu den Neuronen des Nucleus accumbens im Vorderhirn erstreckt. Als sie den Tieren die Gelegenheit gaben, mit der Nase auf einen Kopf zu drücken und damit einen Lichtstrahl zu erzeugen, der jene Neuronen im Nucleus accumbens aktivierte, begannen die Tiere wie wild sich selbst zu stimulieren. Das Experiment bestätigte somit die zentrale Bedeutung der Zielregion des optischen Schalters für das Suchtverhalten.</p>
<p>Mithilfe der Optogenetik, fasst Deisseroth zusammen, bewege sich die Psychiatrie in Richtung einer Netzwerk-Wissenschaft, die komplexe Hirnfunktionen inklusive des Verhaltens als Eigenschaften eines Systems interpretiert, die aus der elektrochemischen Dynamik der Zellen und Nervenschaltkreise erwachsen. „Als Arzt“, fügt er hinzu, „finde ich diese Entwicklung faszinierend.“</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien in englischer Übersetzung im Magazin Futura, dem Magazin des Boehringer Ingelheim Fonds, Stiftung für Medizinische Grundlagenforschung</em><br />
<img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/0f7e52d88e8b4bb5bb37fddcea442a5e" width="1" height="1" alt=""></p>
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		<title>Senkt Vitamin D das Parkinson-Risiko?</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 15:55:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MSimm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehirn & Geist]]></category>
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		<description><![CDATA[Das &#8220;Sonnen-Vitamin&#8221; D schützt womöglich vor der Parkinson-Krankheit, so das Ergebnis einer Studie, die finnische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht haben. Die Forscher um Paul Knekt vom Nationalen Institut für Gesundheit und Wohlfahrt hatten in den Jahren 1978 bis 1980 bei 3000 Freiwilligen Blutproben genommen und die Versuchsteilnehmer anschließend bis zu 30 Jahre lang [...]]]></description>
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		<div style="clear:both;"></div><p>Das &#8220;Sonnen-Vitamin&#8221; D schützt womöglich vor der Parkinson-Krankheit, so das Ergebnis einer Studie, die finnische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift <em>Neurology</em> veröffentlicht haben. Die Forscher um Paul Knekt vom <a href="http://www.thl.fi/en_US/web/en">Nationalen Institut für Gesundheit und Wohlfahrt</a> hatten in den Jahren 1978 bis 1980 bei 3000 Freiwilligen Blutproben genommen und die Versuchsteilnehmer anschließend bis zu 30 Jahre lang beobachtet. Dabei stellte man fest, dass die Parkinson-Krankheit in der Gruppe mit den geringsten Vitamin D-Mengen im Blut etwa drei Mal häufiger häufiger aufgetreten war als bei der Gruppe mit den höchsten Vitamin D-Werten.<img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/0666751452374eccabf2f43903dbde65" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>Manche Experten spekulieren, dass Vitamin D jene Hirnzellen schützen könnte, deren Niedergang bei der Parkinson-Krankheit das Zittern und die Bewegungsstörungen der Patienten verursacht. Bewiesen ist dieser Zusammenhang allerdings keineswegs, und in einem Kommentar warnte  <a href="http://neurology.emory.edu/Faculty/Evatt.htm">Marian Leslie Evatt von der Emory University</a> auch vor voreiligen Schlüssen.  Sie bezweifele, ob sich die Befunde der finnischen Studie auch auf die Bevölkerung anderer Länder übertragen lassen, schrieb die Neurologieprofessorin.</p>
<p>Im Gegensatz etwa zu Deutschland leiden in nördlichen Breiten viele Menschen an einer Unterversorgung mit Vitamin D. Und wenn man nun überall anfänge, etwa durch Vitaminpillen die Versorgung zu &#8220;verbessern&#8221;, könne dies auch negative Folgen haben. Zumindest aus Tierversuchen gäbe es nämlich auch klare Hinweise, dass eine Überversorgung mit Vitamin D schädlich sein kann, so Evatt.</p>
<p>Den Großteil des Vitamin D stellt der menschliche Körper in der Haut her, wenn diese mit der Sonne ausreichend UV-Strahlen abbekommt. Weitere Quellen des Vitamins sind <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fettfische">Fettfische</a> wie Heringe und Sardinen, Lachse, Aale oder Karpfen; aber auch Milch und Getreideprodukte.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20625085">Knekt P. et al. Serum vitamin d and the risk of Parkinson disease. Arch of Neurol 2010 Jul; 67(7): 808-811</a></li>
<li><a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20625083">Evatt ML. Beyond vitamin status: is there a role for vitamin d  in Parkinson disease? Arch Neurol 2010 Jul;67(7):795-7</a></li>
</ul>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong></p>
<ul>
<li>Im Medizinerjargon und eher skeptisch <a href="http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/41974/Vitamin-D_koennte_vor_Demenz_und_Parkinson_schuetzen.htm">berichtet das Deutsche Ärzteblatt</a> zusätzlich über eine Studie in der italienischen Region Chianti, wonach erniedrigte Vitamin D-Werte auch mit einem beschleunigten geistigen Verfall im Alter zusammen hängen.</li>
<li><a href="http://simmformation.michaelsimm.de/Stichwort/parkinson/">Alle Artikel über Parkinson bei Simmformation v7</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Warnung vor Stammzelltherapie mit adulten Zellen</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 18:47:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MSimm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehirn & Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Pharma, Gen- und Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[ALS]]></category>
		<category><![CDATA[Parkinson]]></category>
		<category><![CDATA[Stammzellen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo verläuft die Grenze zwischen wissenschaftlich fundierten Heilversuchen und dem unseriösen, ja skrupellosen Geschäft mit der Hoffnung? Diese Frage ist im Gesundheitswesen mit seinem kaum durchschaubaren Geflecht an Interessensgruppen oft schwer zu beantworten. Sicher ist aber, dass diejenigen, die laut und meinungsstark für einen besseren Schutz verzweifelter Patienten plädieren, sich auf ein juristisches Minenfeld begeben. [...]]]></description>
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			</div></div>
		<div style="clear:both;"></div><p>Wo verläuft die Grenze zwischen wissenschaftlich fundierten Heilversuchen und dem unseriösen, ja skrupellosen Geschäft mit der Hoffnung? Diese Frage ist im Gesundheitswesen mit seinem kaum durchschaubaren Geflecht an Interessensgruppen oft schwer zu beantworten. Sicher ist aber, dass diejenigen, die laut und meinungsstark für einen besseren Schutz verzweifelter Patienten plädieren, sich auf ein juristisches Minenfeld begeben. Gegendarstellungen, Abmahnungen samt &#8220;strafbewehrter Unterlassungserklärung&#8221; und Klage auf Schadensersatz bedeuten dann meistens auch: Es geht um viel Geld.<img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/6873b11e7c7a4ddbb2909763b4fc23c5" alt="" width="1" height="1" /></p>
<div id="attachment_652" class="wp-caption alignleft" style="width: 420px"><img class="size-full wp-image-652" title="Rudolf Jaenisch" src="http://simmformation.michaelsimm.de/wp-content/uploads/2009/10/Rudolf-Jaenisch.bmp" alt="Rudolf Jaenisch" width="410" height="410" /><p class="wp-caption-text">Politisch engagiert und &quot;sehr besorgt&quot;: Rudolf Jaenisch, gewann den Schering-Preis 2009 (Copyright: Jaenisch)</p></div>
<p>Zwischen 7545 Euro und 26000 Euro verlangt das <a href="http://www.xcell-center.de/">XCell-Center</a> von Patienten, die sich in Düsseldorf oder Köln Stammzellen aus dem Knochenmark entnehmen und diese nach einigen Tagen wieder in den Körper spritzen lassen. Mehr als 1600 Kranke hätten von diesem Angebot bereits Gebrauch gemacht, meldet das private Institut auf seiner Webseite. Unter den behandelten Krankheiten listet man dort die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amyotrophe_Lateralsklerose">Amyothrophe Lateralskelerose (ALS)</a>, Alzheimer, Arthrose und Diabetes, Erektionsstörungen, die frühkindliche <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Infantile_Zerebralparese">Zerebralparese</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arteriosklerose">Arteriosklerose (&#8220;Arterienverkal-kung&#8221;)</a>, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Makuladegeneration">Makuladegeneration</a> als häufigste Ursache der Blindheit, die Multiple Sklerose, die Parkinson-Krankheit, den Schlaganfall und schließlich Verletzungen des Rückenmarks bis hin zur kompletten Querschnittslähmung. Viele dieser Krankheiten gelten als unheilbar, bei manchen kann man auch mit Medikamenten nur wenig ausrichten.</p>
<p>Die gesetzlichen Krankenkassen &#8211; per Gesetz verpflichtet, nur das zu zahlen, was &#8220;ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich&#8221; ist &#8211; erstatten die Kosten der Eingriffe beim XCell-Center nicht. Patienten, die willens und in der Lage sind, die Behandlung aus eigener Tasche zu bezahlen, gibt es dennoch genug. Sie werden im In- und Ausland mit Anzeigen geworben &#8211; etwa bei Google, wo von &#8220;ersten Erfolgen bei der innovativen Stammzelltherapie in Deutschland&#8221; zu lesen ist. Telefonische Ansprechpartner gibt es nicht nur für Deutschland, Österreich und Schweiz, sondern neben vielen anderen Ländern auch für die USA und Kanada, Australien und Neuseeland, Italien, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande, für &#8220;russisch sprechende Personen&#8221; und für den Nahen Osten.</p>
<p><strong>&#8220;Versprechungen ohne Basis</strong>&#8221;</p>
<p>Seit Januar 2007 läuft das Geschäft, doch nun wollen Neurologen wie Grundlagenforscher dem offenbar nicht länger zusehen. &#8220;Diese Versuche entbehren jeglicher wissenschaftlicher Grundlage und ich bin sehr besorgt, dass hier zum Teil Versprechungen gemacht werden, die überhaupt keine Basis haben und die verzweifelte Patienten dazu bringen, 20000 Euro auszugeben&#8221;, sagte Rudolf Jaenisch, einer der Pioniere der Stammzellforschung, als er kürzlich in Berlin den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Schering_Preis">Ernst Schering Preis</a> entgegen nahm. Es sei &#8220;erstaunlich dass solche so genannten Kliniken so etwas überhaupt anbieten dürfen&#8221;, kritisierte der deutschstämmige Wissenschaftler, der 1984 das renommierte <a href="http://www.wi.mit.edu/">Whitehead Institute of Biomedical Research</a> mitbegründet hat und der als Professor am Massachusetts Institute of Technology eine große Forschergruppe leitet. Als hätte man Jaenischs Worte unterstreichen wollen, lobte man den &#8220;Vater&#8221; der ersten gentechnisch veränderten Maus bei der Preisvergabe auch noch für seine &#8220;besonnene und ethisch-verantwortungsvolle Beteiligung an der politischen Diskussion zur Forschung an menschlichen Stammzellen&#8221;.</p>
<p><strong>&#8220;Ich dachte, es hilft&#8221;</strong></p>
<p>Am gleichen Tag gingen auch die <a href="http://www.dgn.org/">Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)</a> und die <a href="http://www.parkinson-gesellschaft.de/">Deutsche Parkinson-Gesellschaft</a> mit einer gemeinsamen Stellungsnahme erneut in die Offensive. &#8220;Der Behandlung von Parkinson-Patienten mit so genannten adulten Stammzellen fehlt nach dem aktuellen Kenntnisstand jeglicher Nutzen&#8221;, sagte DGN-Vorstandsmitglied Wolfgang Oertel bei einer Pressekonferenz in Nürnberg. Als &#8220;Kronzeugin&#8221; präsentierte Oertel die Patientin Petra Aschenbeck, die sich am XCell-Center gegen ihre Parkinson-Krankheit hatte behandeln lassen. &#8220;Ich dachte es hilft, aber nach fünf Wochen ging es mir schlechter als zuvor&#8221;, so die frühere Standesbeamtin. Ohne Rücksprache mit ihrem Neurologen hatte sie sich zunächst Knochenmark aus dem Hüftknochen entnehmen lassen, die darin enthaltenen Stammzellen seien ihr dann wieder infundiert worden. &#8220;Anderen würde ich das nicht empfehlen&#8221;, sagte Aschenbeck und will die 7500 Euro nun gerichtlich wieder einklagen, die ihre Eltern für die Behandlung vorab bezahlt hatten. Oertel sind mindestens 15 ähnliche Fälle bekannt, &#8220;darunter einige, die gar nicht an Parkinson litten&#8221;. Die Krankengeschichten all dieser Patienten sollen nun dokumentiert und in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht werden, kündigte Oertel an.</p>
<p>Auch bei XCell ist man indes nicht untätig. Schon wenige Tage nach den geballten Vorwürfen, ohne wissenschaftliche Grundlage zu arbeiten, erschienen auf der Webseite des Instituts mehrere Auswertungen, die den Erfolg der Behandlungen dokumentieren sollen. So seien bei der &#8220;statistischen Nachevaluierung&#8221; von 30 Patienten mit einer Cerebralparese bei fast 70 Prozent der mit adulten Stammzellen behandelten Patienten eine Verbesserung ihrer Symptome festgestellt worden. Und weiter: &#8220;Bei 40 % der behandelten Patienten wurde eine Besserung der Sprachfähigkeit beobachtet. Bei 20 % der Fälle wurde ein signifikanter Rückgang oder ein komplettes Fernbleiben epileptischer Anfälle beobachtet.&#8221; Ähnliche Stabdiagramme sollen die Ergebnisse einer Studie mit 19 Patienten mit Multipler Sklerose dokumentieren. Anderswo berichtet man über eine &#8220;Studie mit 53 unserer Patienten mit amyotropher lateraler Sklerose&#8221;.</p>
<p>Doch die vom XCell-Center gegen die ALS eingesetzten, unveränderten adulten Stammzellen halten die weltweit führenden Forscher auf diesem Gebiet für aussichtslos. So drehte sich zwar bei einem <a href="http://www.fondationandredelambre.com/html/symposiumeng.html">Symposium der Delambre Stiftung</a> im kanadischen Quebec Ende September eine ganze Sitzung um Stammzellen &#8211; allerdings nur um solche, die aus Embryonen stammen oder die aus Patienten gewonnenen und anschließend mit Hilfe der Gentechnik &#8220;umprogrammierten&#8221; so genannten induzierten, pluripotenten Stammzellen (&#8220;Ipsen)&#8221;. Sie sollen für Tierversuche und für Medikamententests erprobt werden (<a href="http://www.alzforum.org/new/detail.asp?id=2249">englischsprachiger Bericht dazu bei Alzforum.org</a>).</p>
<p><a name="ALS"></a>Die weltweit erste Sicherheitsstudie, bei der ALS-Patienten im Labor veränderte Stammzellen erhalten sollen, hatte die US-Zulassungsbehörde FDA eine Woche zuvor genehmigt. Nun sollen zunächst 12 von 18 Freiwilligen unter der Leitung von <a href="http://www.med.umich.edu/PNRD/About/faculty.htm#director">Eva Feldmann</a> an der Emory-Universität in Atlanta behandelt werden, sofern das dortige Ethik-Kommittee den Versuch genehmigt. Dann erst dürfen die Ärzte den Patienten die geplanten fünf bis zehn Injektionen mit aus dem Rückenmark gewonnenen und im Labor veränderten &#8220;neuralen Stammzellen&#8221; verabreichen. Die Probanden würden dann in regelmäßigen Abständen nach der Therapie untersucht und die Daten abschließend nach zwei Jahren beurteilt, kündigte der Hersteller der patentierten Zellen, die Firma <a href="http://neuralstem.com/">Neuralstem </a>an.</p>
<p><strong>In den USA braucht die Therapie eine Genehmigung, in Deutschland nicht</strong></p>
<p>Der Genehmigung durch die FDA waren mehrmonatige Prüfungen voran gegangen, bei denen die Zulassungsbehörde von Neuralstem auch Änderungen des Studienprotokolls verlangt hatte, um die Sicherheit des Experiments zu erhöhen. In Deutschland dagegen sind sich die Juristen noch uneins, ob die am XCell-Center angebotenen Therapien mit der jüngsten Änderung des Arzneimittelgesetzes am 23. Juli dieses Jahres genehmigungspflichtig wurden. Falls dem so wäre, könnte man sich in Düsseldorf immer noch auf eine Übergangsregelung berufen. Sie gilt EU-weit bis Ende 2012.</p>
<p>Skeptisch macht, dass die hauseigenen &#8220;Studien&#8221; auf der Webseite des Unternehmens allesamt ohne Vergleichsgruppe sind. Ohne aber zu wissen, wie es vergleichbaren Patienten mit einer Scheinbehandlung (Placebo) ergangen wäre,  kann niemand sagen, wie wirksam die Stammzellkur gegenüber herkömmlichen Therapien tatsächlich ist. Die Berichte einzelner Patienten über eine Besserung ihrer Beschwerden könnten angesichts des schwankenden Verlaufs etwa der Multiplen Sklerose oder der Parkinson-Krankheit durchaus auf zufälligen Veränderungen beruhen.</p>
<div id="attachment_658" class="wp-caption alignright" style="width: 319px"><img class="size-large wp-image-658" title="Wolfgang Oertel" src="http://simmformation.michaelsimm.de/wp-content/uploads/2009/10/Wolfgang-Oertel-441x600.jpg" alt="Parkinson-Experte Wolfgang Oertel (Foto: DGN)" width="309" height="420" /><p class="wp-caption-text">Parkinson-Experte Wolfgang Oertel (Foto: DGN)</p></div>
<p><strong>XCell-Beirat: Keine Publikationen zu Stammzellen</strong></p>
<p>Auffällig ist, dass keiner der XCell-Mitarbeiter sich bislang mit Publikationen über Stammzellen hervor getan hat. Denn wer unter Wissenschaftlern etwas gelten will, dokumentiert seine Leistungen am besten dadurch, dass er seinen Kollegen in anerkannten Fachzeitschriften die Ergebnisse seiner Arbeit zum nachlesen präsentiert. In diesem Fall fördert eine kurze Literatursuche bei <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?db=pubmed">Pubmed</a> für den XCell-Kritiker Jaenisch 154 Publikationen über Stammzellen zutage. Dagegen findet sich für die drei laut X-Cell-Center &#8220;internationalen Experten&#8221; des eigenen wissenschaftlichen und medizinischen Beirats zu diesem Thema keine einzige Veröffentlichung. Wolfgang Oertel hat über 450 Originalpublikationen vorzuweisen &#8211; die meisten davon über die Parkinson-Krankheit &#8211; und auch hier geht der XCell-Beirat leer aus.</p>
<p>Womöglich floriert das Unternehmen auch deshalb, weil die dort beworbenen &#8220;adulten&#8221;, also &#8220;erwachsenen&#8221; Stammzellen hierzulande von vielen Politikern als Königsweg aus einem ethischen Dilemma gesehen werden: Als James Thomson an der Universität von Wisconsin 1998 erstmals menschliche embryonale Stammzellen (ES) isoliert hatte,  glaubte die überwiegende Mehrzahl der Experten, das diese ES-Zellen die besten Kandidaten für eine Therapie am Menschen seien (siehe Hintergrund: <a href="http://simmformation.michaelsimm.de/2009/10/stammzellen-hoffnungstrager-mit-risiken/">Stammzellen &#8211; Hoffnungsträger mit Risiken</a>). Diese Zellen hatte Thomson jedoch aus wenige Tage alten, „überzähligen“ menschlichen Embryonen gewonnen, die in amerikanischen Kliniken mit einer künstlichen Befruchtung gezeugt und dann nicht mehr benötigt wurden, weil sich der Wunsch der Eltern nach einem Kind bereits erfüllt hatte. Nun gilt Thomson zwar mittlerweile als Kandidat für den Nobelpreis, in Deutschland würde seine Art der &#8220;Fremdnutzung“ menschlicher Embryonen jedoch mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft.</p>
<p>Kein Wunder, dass auch viele Forscher jubilierten, als in angesehenen Fachzeitschriften Berichte erschienen, die den Anschein erweckten, dass Stammzellen erwachsener Menschen &#8211; etwa aus dem Knochenmark &#8211; sich ebenfalls durch Zugabe bestimmter Proteine und Wachstumsfaktoren umformen und fast unbegrenzt vermehren ließen. Das Ethik-Problem schien gelöst, als auch noch erste Erfolgsberichte aus der klinischen Forschung kamen. &#8220;Man muss keine Embryonen töten, um kranken Menschen zu helfen&#8221;, folgerte etwa der CDU-Vize und frühere Forschungsminister Jürgen Rüttgers aus dem Schicksal eines einzigen  Herzinfarktpatienten. Heute ist Rüttgers Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, eben jenes Bundeslandes, wo das XCell-Center seinen Sitz hat. Ende August gab das <span>Ordnungsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf dem XCell-Center d</span><span>ie Erlaubnis zum Betrieb einer Privatkrankenanstalt nach § 30 der Gewerbeordnung. Seitdem darf man sich auch offiziell &#8220;Klinik&#8221; nennen.</span></p>
<p><span>Doch die Berichte über die Wandlungsfähigkeit und die Heilkraft der adulten Stammzellen seien &#8220;nicht glaubwürdig&#8221; und &#8220;überholt&#8221;, ärgert sich Jaenisch. &#8220;Wenn man sich das genau anschaut, gibt es längst andere Interpretationen, die Daten sind einfach nicht überzeugend&#8221;. Adulte Stammzellen seien zwar &#8220;unglaublich wichtig&#8221;, es müsse aber </span><span>vor deren Anwendung bei menschlichen Patienten </span><span>noch sehr viel mehr gelernt werden. &#8220;Ich weiß, dass dies auch bei Herzerkrankungen hier in Deutschland in großem Stil gemacht wird &#8211; aber ich würde es bei mir nicht machen lassen&#8221;, urteilte Jaenisch in Berlin. In Nürnberg schlug Oertel in die gleiche Kerbe und</span> appellierte an den Gesetzgeber, derartigen Behandlungsangeboten einen eindeutigen Riegel vorzuschieben.</p>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong></p>
<ul>
<li>In einem <a href="http://www.br-online.de/studio-franken/aktuelles-aus-franken/nuernberg-neurologenkongress-2009-kw39-ID1253694691021.xml">Online-Video des Bayerischen Rundfunks</a> kommt die Parkison-Patientin Petra Aschenbeck zu Wort: Sie hat sich im XCell-Center ohne Erfolg behandeln lassen und will nun ihr Geld zurück.</li>
<li>Zur geplanten Phase I-Studie mit ALS-Patienten informieren die <a href="http://www2.med.umich.edu/prmc/media/newsroom/details.cfm?ID=1306">Universität Michigan</a>, die <a href="http://www.neurology.emory.edu/ALS/WhatsNew.html">Emory Universität</a> und der Hersteller der Zellen, die <a href="http://investor.neuralstem.com/phoenix.zhtml?c=203908&amp;p=irol-newsArticle&amp;ID=1333659&amp;highlight=">Firma Neuralstem</a>.</li>
<li><a href="http://simmformation.michaelsimm.de/2009/10/stammzellen-hoffnungstrager-mit-risiken/">Was jeder über Stammzellen wissen sollte &#8211; Die ständig aktualisierte Übersicht mit Links und einer kleinen Geschichte der Stammzellforschung bei Simmformation v7</a></li>
<li>Das volle Programm: <a href="http://simmformation.michaelsimm.de/Stichwort/stammzellen/">Alle Artikel über Stammzellen bei Simmformation v7</a>.</li>
<li><a href="http://simmformation.michaelsimm.de/Stichwort/parkinson/">Alle  Artikel über die Parkinson-Krankheit bei Simmformation v7</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Gentherapie bei Parkinson-Krankheit erfolgreich</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Nov 2006 17:04:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MSimm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehirn & Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Pharma, Gen- und Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Gentherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Hirnschrittmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Parkinson]]></category>
		<category><![CDATA[SfN]]></category>
		<category><![CDATA[Viren]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Injektion gentechnisch veränderter Viren in das Gehirn von Parkinsonkranken hat zu einer deutlichen Besserung des Leidens geführt, berichteten Wissenschaftler auf der Jahrestagung der US-amerikanischen Gesellschaft für Neurowissenschaften (Society for Neuroscience) in Atlanta. Auf einer Skala, die den Schweregrad der Bewegungsstörungen misst, verbesserten sich alle zwölf freiwilligen Teilnehmer der Studie binnen eines Jahres nach dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="height:33px;" class="really_simple_share"><div style="width:100px;" class="really_simple_share_facebook_like"> 
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		<div style="clear:both;"></div><p>Die Injektion gentechnisch veränderter Viren in das Gehirn von Parkinsonkranken hat zu einer deutlichen Besserung des Leidens geführt, berichteten Wissenschaftler auf der Jahrestagung der US-amerikanischen Gesellschaft für Neurowissenschaften (<a href="http://www.sfn.org">Society for Neuroscience</a>) in Atlanta.</p>
<p>Auf einer Skala, die den Schweregrad der Bewegungsstörungen misst, verbesserten sich alle zwölf freiwilligen Teilnehmer der Studie binnen eines Jahres nach dem Eingriff um mindestens 25 Prozent. Bei vier Probanden besserten sich die Bewegungsstörungen um mindestens 37 Prozent und bei fünf der Patienten sogar zwischen 40 und 65 Prozent. Entsprechend sei auch die Lebensqualität aller Studienteilnehmer gestiegen, sagte Matthew During, Studienleiter und Mitbegründer der Firma <a href="http://www.neurologix.net/">Neurologix</a>, die die Studie finanziert hat.</p>
<p>Der Eingriff, bei dem ein haarfeiner Katheter tief in das Gehirn eingeführt wird, habe zu keinerlei Nebenwirkungen geführt und alle Patienten seien binnen zwei Tagen nach der Operation aus dem Krankenhaus entlassen worden, so During. Die Versuchsteilnehmer, deren Leiden zuvor als „mittelschwer&#8221; eingestuft worden war, waren alle seit mindestens fünf Jahren von der Parkinson-Krankheit betroffen gewesen. Das Standardmedikament L-Dopa war bei ihnen kaum noch wirksam gewesen oder es hatte zunehmend Nebenwirkungen hervorgerufen, als die Kranken einwilligten, an dem Experiment teilzunehmen.</p>
<p>Dem Gentherapie-Experiment mit Parkinsonkranken, über das jetzt in Atlanta berichtet wurde, waren mehrjährige Versuche mit Ratten und Rhesusaffen vorangegangen. Gegen Ende des Jahres 2003 hatte es <a href="http://www.weillcornell.org/mgkaplitt/">Michael Kaplitt</a> vom Weill Cornell Medical College in New York dann gewagt, etwa 3,5 Milliarden gentechnisch veränderte Viren in das Gehirn des ersten Patienten zu spritzen.</p>
<p>Die von Kaplitt genutzten, so genannten Adeno-assoziierten Viren (AAV) waren speziell für diese Aufgabe konstruiert worden. Sie tragen in ihrem Inneren die Erbinformation für ein Enzym, das an der Produktion des Botenstoffes GABA beteiligt ist. GABA wiederum wirkt wie ein Bremssignal auf Nervenzellen. AAV gelten als sicher, weil sie keine Krankheiten hervorrufen können. Sie werden deshalb zurzeit auch als Gentherapie-Vehikel für andere Hirnerkrankungen erprobt.</p>
<p>Als Injektionsort wählten die Forscher den so genannten Nucleus subthalamicus, eine Ansammlung von Nervenzellenkernen tief im Inneren des Gehirns, die Bewegungsimpulse hemmt und deren Beschädigung das Zittern und die plötzlich einsetzende Steifheit bei der Parkinson-Krankheit auslöst. Ziel der Virusinjektion war es, an dieser kritischen Schaltstelle mehr des beruhigenden Botenstoffes GABA zu produzieren und damit die Überaktivität der Nervenzellen zu hemmen. Dies ist offenbar gelungen, wie Aufnahmen belegen, die den Stoffwechsel im Gehirn der Patienten sichtbar machen.</p>
<p>Um die Wirksamkeit der Methode beurteilen zu können, waren die Viren jeweils nur auf einer Seite des Gehirns injiziert worden. Auf dieser Seite nahm die Überaktivität der Nervenzellen deutlich ab, während die unbehandelte Seite sich weiter verschlechterte. „Vor der Operation war ich ein zitternder Haufen Fleisch”, sagte der 58-jährige Nathan Klein, der als erster behandelt wurde, gegenüber dem Nachrichtendienst WebMD. „Jetzt fühle ich mich 80 bis 90 Prozent besser und ein Fremder würde nicht einmal merken, dass ich Parkinson habe.“</p>
<p>Allerdings warnte Studienleiter During vor verfrühtem Jubel. Frühere Experimente haben nämlich gezeigt, dass bereits die Erwartungshaltung der Patienten zu einer Linderung des Leidens führen kann. Um ganz sicher zu sein, dass die gemessene Verbesserung der Bewegungsfähigkeit nicht auf solch einem „Placeboeffekt“ beruht, wolle man eine größere Studie durchführen, bei der einige der Patienten zwar operiert werden, aber zum Vergleich keine gentechnisch veränderten Viren erhalten.</p>
<p>Sollten die in Atlanta vorgetragenen Ergebnisse sich in weiteren Studien bestätigen, wäre die Gentherapie ähnlich wirksam wie die Tiefe Hhirnstimulation. Bei dieser relativ neuen Methode für Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung werden haarfeine Elektroden zumeist in einem tief gelegenen Nervenknoten namens Nucleus subthalamicus (STN) implantiert. Eine Art „Hirnschrittmacher“ unter dem Schlüsselbein erzeugt dann winzige Stromstöße, um die überaktiven Nervenzellen zu dämpfen. Erst vor wenigen Wochen hatten Wissenschaftler um Professor <a href="http://www.kompetenznetz-parkinson.de/Mitglieder/nord.html">Günther Deuschl</a> von der Neurologischen Klinik der Universität Kiel dazu eine Studie im renommierten „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. Während eine Vergleichgruppe unbehandelter Patienten sich während eines halben Jahres leicht verschlechtert hatte, waren die Bewegungsstörungen der Patienten mit dem Hirnschrittmacher um durchschnittlich 40 Prozent verringert und ihre Lebensqualität war um 20 Prozent gestiegen. Dieser Fortschritt wurde jedoch mit relativ schweren Nebenwirkungen bei jedem achten Patienten erkauft und ein Patient war nach der Operation an einer Hirnblutung verstorben.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<ul>
<li>Präsentiert wurden die Studienergebnisse zuerst auf der Jahrestagung der Society for Neuroscience, Atlanta, 13.-17.10.2006</li>
<li>Publiziert wurde die Studie im Juni 2007: <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17586305">Kaplitt et al. Safety and tolerability of gene therapy with an adeno-associated virus (AAV) borne GAD gene for Parkinson&#8217;s disease: an open label, phase I trial. Lancet. 2007 Jun 23;369(9579):2097-105.</a></li>
<li>Die deutsche Studie zur Tiefen Hirnstimulation: <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16943402">Deuschl G et al. A randomized trial of deep-brain stimulation for Parkinson´s disease. N Engl J Med. 2006 Aug 31;355(9):896-908.</a></li>
</ul>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://simmformation.michaelsimm.de/Stichwort/parkinson/">Alle Artikel über die Parkinson-Krankheit bei Simmformation v7</a></li>
<li><a href="http://simmformation.michaelsimm.de/Stichwort/gentherapie/">Alle Artikel zur Gentherapie bei Simmformation v7</a></li>
<li><a href="http://simmformation.michaelsimm.de/Stichwort/society-for-neuroscience/">Alle  Berichte von der Society for Neuroscience bei Simmformation v7</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Parkinson: Pessimisten erkranken häufiger</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Apr 2005 14:53:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MSimm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehirn & Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Parkinson]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Suche nach den Ursachen der Parkinson-Krankheit haben Wissenschaftler der Mayo-Klinik im amerikanischen Rochester eine überraschende Entdeckung gemacht: Pessimisten und andauernd ängstliche Menschen tragen ein um 40 Prozent höheres Risiko, an dem Leiden zu erkranken, als der Bevölkerungsdurchschnitt. Wie das Forscherteam um den Nervenarzt James Bower jetzt auf der Jahrestagung der US-Neurologen in Miami [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="height:33px;" class="really_simple_share"><div style="width:100px;" class="really_simple_share_facebook_like"> 
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		<div style="clear:both;"></div><p>Auf der Suche nach den Ursachen der Parkinson-Krankheit haben Wissenschaftler der Mayo-Klinik im amerikanischen Rochester eine überraschende Entdeckung gemacht: Pessimisten und andauernd ängstliche Menschen tragen ein um 40 Prozent höheres Risiko, an dem Leiden zu erkranken, als der Bevölkerungsdurchschnitt.</p>
<p>Wie das Forscherteam um den Nervenarzt <a href="http://mayoresearch.mayo.edu/mayo/research/staff/bower_jh.cfm">James Bower</a> jetzt auf der Jahrestagung der US-Neurologen in Miami berichtete, fand man diesen Zusammenhang beim Rückblick auf Persönlichkeitsdaten, die Anfang der 60er Jahre an fast 5000 gesunden Einwohnern des US-Bundesstaates Minnesota gewonnen worden waren. Insgesamt 128 unter ihnen waren in den Jahrzehnten nach der Erhebung an Parkinson erkrankt – wobei die „Schüttellähmung“ stark gehäuft bei jenen Personen auftrat, die man damals anhand einer psychologischen Bewertungsskala als besonders ängstlich oder pessimistisch eingestuft hatte.</p>
<p>„Wir haben einen klaren und deutlichen Zusammenhang gefunden zwischen einer ängstlichen oder pessimistischen Persönlichkeit und dem zukünftigen Auftreten der Parkinson-Krankheit“, sagte Bower. „Eine Erklärung für diesen Zusammenhang haben wir aber nicht gefunden“. Eine Möglichkeit sei es, daß Angst und Pessimismus über einen noch nicht bekannten Mechanismus das Entstehen des Leidens fördern. Ebenso wäre es möglich, daß bestimmte, noch nicht identifizierte Erbanlagen oder nicht-erbliche Risikofaktoren gleichermaßen eine ängstliche Persönlichkeit fördern, wie auch das Krankheitsrisiko erhöhen.</p>
<p>Von der Parkinson-Krankheit ist etwa jeder 100ste über 65 Jahren betroffen. Bei diesen Personen sind meist über viele Jahre hinweg sehr kleine, spezialisierte Ansammlungen von Nervenzellen an der Basis des Großhirns abgestorben. Diese sogenannten Basalganglien produzieren den Botenstoff Dopamin, den das Gehirn zum Auslösen und Koordinieren von Bewegungen braucht. Anfänglich können Ärzte den Dopaminmangel noch mit einer Reihe von Medikamenten bekämpfen, doch läßt deren Wirkung nach einigen Jahren nach. Dann zittern die Patienten immer häufiger oder sie werden steif und erstarren. In 80 bis 90 Prozent aller Fälle können die Ärzte keinen Auslöser für die Erkrankung benennen. Beim überwiegenden Rest scheint das Krankheitsbild Folge der Rückbildung verschiedener Hirnstrukturen, etwa nach Schädelverletzungen, Schlaganfall, durch Drogen oder Giftstoffe. Auch manche Medikamente können als Nebenwirkung Parkinson-ähnliche Symptome hervorrufen. Nur in sehr wenigen Familien tritt das Leiden gehäuft auf, woraus Forscher auf die Beteiligung einer ganzen Reihe von Erbanlagen schließen.</p>
<p>Mit der jetzt in Miami vorgestellten Untersuchung erweitert sich nun womöglich das Spektrum der bekannten Risikofaktoren für die Parkinson-Erkrankung um bestimmte Persönlichkeitsmerkmale. Allerdings betonte Studienleiter Bower auch, daß das Parkinson-Risiko selbst bei krankhaft ängstlichen Personen noch verhältnismäßig gering sei. „Unter 1000 angstgestörten Menschen im Alter von 40 Jahren werden etwa 27 an Parkinson erkranken – gegenüber etwa 17 von 1000 Menschen in der Gesamtbevölkerung.“ Noch völlig offen ist, ob eine Behandlung ängstlicher und pessimistischer Menschen &#8211; etwa mit Medikamenten aus der Klasse der Anti-Depressiva – das Risiko für die Parkinsonkrankheit vermindern kann. Diese wichtige Frage wolle man als nächstes untersuchen, so Bower.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<ul>
<li>Pressemitteilung der Majo Clinic, American Academy of Neurology</li>
</ul>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://simmformation.michaelsimm.de/Stichwort/parkinson/">Alle  Artikel über die Parkinson-Krankheit bei Simmformation v7</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Parkinson: Erste Zelltherapie in Deutschland</title>
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		<comments>http://simmformation.michaelsimm.de/2003/11/parkinson-erste-zelltherapie-in-deutschland/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2003 15:04:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MSimm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehirn & Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Pharma, Gen- und Biotech]]></category>
		<category><![CDATA[Organtransplantation]]></category>
		<category><![CDATA[Parkinson]]></category>
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		<category><![CDATA[Zelltransplantation]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass etwas nicht stimmt, bemerken anfangs nur die engsten Angehörigen. Mit einigen unbeholfenen Bewegungen oder einem leichten, halbseitigen Zittern beginnt der Leidensweg der Parkinson-Kranken. Medikamente helfen zwar viele Jahre, die Kontrolle zu behalten. Das Zittern des verstorbenen Papstes Johanes Paul II und die eingefrorenen Gesichtszüge des „größten Boxers aller Zeiten“, Muhammad Ali, aber zeigen, welches [...]]]></description>
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		<div style="clear:both;"></div><p>Dass etwas nicht stimmt, bemerken anfangs nur die engsten  Angehörigen. Mit einigen unbeholfenen Bewegungen oder einem leichten,  halbseitigen Zittern beginnt der Leidensweg der Parkinson-Kranken.  Medikamente helfen zwar viele Jahre, die Kontrolle zu behalten. Das  Zittern des verstorbenen Papstes Johanes Paul II und die eingefrorenen  Gesichtszüge des „größten Boxers aller Zeiten“, Muhammad Ali, aber  zeigen, welches Schicksal die über 200 000 Betroffenen in Deutschland  erwartet.</p>
<p>Die spektakulärste und wegen ihrer durchwachsenen Erfolgsbilanz  umstrittenste Therapie gegen die Krankheit erproben vor allem  amerikanische Ärzte seit etlichen Jahren: Mitten ins Hirn werden Zellen  transplantiert, um die gestörte Produktion des Botenstoffes Dopamin  wiederherzustellen. Nun hat das Berliner Pharma-Unternehmen Schering bekannt gegeben, dass auch deutsche Neurochirurgen seit April eine  ähnliche Therapie gegen die Parkinsonkrankheit testen. Der Versuch weist  zwei Besonderheiten auf: Es ist das erste Mal, dass Patienten in  Deutschland Zellen ins Gehirn eingepflanzt bekommen, sagt die  Projektleiterin Elke Reisig. Außerdem stammen die Zellen aus der  Netzhaut der Augen verstorbener Organspender.</p>
<p>Bei den über 600 Zellverpflanzungen im Ausland stammte das  implantierte Gewebe meist aus abgetriebenen menschlichen Embryonen oder,  in einigen wenigen Fällen, von Schweinen. Moderaten Verbesserungen bei  der Mehrzahl der Patienten stand dabei eine beträchtliche Zahl von  Versuchsteilnehmern mit gravierenden Bewegungsstörungen gegenüber, die  teilweise erst nach einer zweiten Operation verschwanden.</p>
<p>Das in Deutschland erprobte Verfahren, das die kalifornische  Firma <a href="http://www.titanpharm.com/">Titan Pharmaceuticals</a> entwickelt hat und Schering zur Marktreife führen will, wurde zunächst  in einem kleinen Vorversuch getestet: Bei sechs Patienten hatte die  Transplantation die Beweglichkeit um durchschnittlich 40 Prozent erhöht,  die Verbesserung hatte über mehr als zwei Jahre angehalten. Darum folgt  nun ein größerer Therapieversuch mit 68 Patienten in Europa und den  USA, von denen zwölf bereits behandelt worden sind. Die meisten der  europäischen Probanden will man an den Universitätskliniken Köln und  Heidelberg operieren. Das nur bohnengroße Zielgebiet tief im Mittelhirn  steuern die Teams der Neurochirurgen Volker Sturm und Volker Tronnier  dabei mit einer Hohlnadel an, deren Pfad anhand detailreicher Bilder von  einem Computer errechnet wird. In jeder Hirnhälfte legen die Chirurgen  etwa 325 000 Netzhautzellen ab. Allerdings wird mit Einverständnis der  Patienten nur jeder zweite von ihnen tatsächlich implantiert. Wen das  Los dazu bestimmt, der bekommt eine Scheinoperation: In seinen Schädel  wird zwar ein Loch gebohrt, aber dann keine Hohlnadel mehr ins Gehirn  geschoben.</p>
<p>Dieses für eine OP-Technik unübliche Verfahren soll  sicherstellen, dass man später etwaige Fortschritte auseinander halten  kann, die durch die Zellen und durch die intensive Betreuung der  Versuchsteilnehmer ausgelöst werden. Die Planer der Studie halten dieses  Verfahren für notwendig: Vor einigen Jahren hatten die ersten derart  kontrollierten Versuche die Euphorie über die Implantation von  Embryo-Zellen gedämpft.</p>
<p>Wird der jetzige Versuch mit den Netzhautzellen zum Erfolg,  dürfte das Ergebnis auch die Debatte um die Nutzung von Stammzellen  beeinflussen. Seit Jahren nämlich wird die Parkinsonsche Schüttellähmung  als Paradebeispiel dafür präsentiert, welche Heilerfolge mit  embryonalen Stammzellen möglich sein könnten. Die Gegner der  uneingeschränkten Forschung, die in Deutschland in der Mehrheit sind,  werden es mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen, dass deutsche Forscher  maßgeblich beteiligt sind an einem Versuch, das ethisch umstrittene  Rohmaterial entbehrlich zu machen.</p>
<p><em>(Erschienen in der Süddeutschen Zeitung)</em></p>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://simmformation.michaelsimm.de/2009/10/warnung-vor-stammzelltherapie-mit-adulten-zellen/">Warnung vor Stammzelltherapie mit adulten Zellen</a></li>
<li><a href="http://simmformation.michaelsimm.de/Stichwort/parkinson/">Alle   Artikel über die Parkinson-Krankheit bei Simmformation v7</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>GDNF gegen Parkinson: Armut als Nebenwirkung?</title>
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		<comments>http://simmformation.michaelsimm.de/2003/07/gdnf-gegen-parkinson-armut-als-nebenwirkung/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Jul 2003 15:32:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MSimm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehirn & Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Amgen]]></category>
		<category><![CDATA[GDNF]]></category>
		<category><![CDATA[Gentherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Parkinson]]></category>
		<category><![CDATA[Stammzellen]]></category>

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		<description><![CDATA[Clive Svendsen vom Waisman Center der Universität von Wisconsin in Madison ist es gelungen, aus jeweils einer unreifen menschlichen Hirn-Stammzelle (neurale Stammzelle) mehrere hunderttausend funktionsfähige Neuronen zu züchten. Transplantiert man diese Zellen in das Gehirn von Ratten, denen im Experiment ein Schlaganfall zugefügt wurde, so stopfen die gezüchteten Zellen die Lücken und verbessern die Leistungen [...]]]></description>
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		<div style="clear:both;"></div><p><a rel="attachment wp-att-1545" href="http://simmformation.michaelsimm.de/2003/07/gdnf-gegen-parkinson-armut-als-nebenwirkung/a_clive_svendsen02/"><img class="alignright size-full wp-image-1545" title="a_Clive_Svendsen02" src="http://simmformation.michaelsimm.de/wp-content/uploads/2010/06/a_Clive_Svendsen02.jpg" alt="" width="250" height="167" /></a>Clive Svendsen vom Waisman Center der Universität von Wisconsin in  Madison ist es gelungen, aus jeweils einer unreifen menschlichen  Hirn-Stammzelle (neurale Stammzelle) mehrere hunderttausend  funktionsfähige Neuronen zu züchten. Transplantiert man diese Zellen in  das Gehirn von Ratten, denen im Experiment ein Schlaganfall zugefügt  wurde, so stopfen die gezüchteten Zellen die Lücken und verbessern die  Leistungen der Ratten in verschiedenen Beweglichkeits-Tests. Im  Gegensatz zu den ethisch umstrittenen, aus wenige Tage alten Embryonen  gewonnenen, embryonalen Stammzellen gebe es bei den neuralen Stammzellen  bisher keine Hinweise darauf, dass sie beim Empfänger Hirntumoren  hervorrufen könnten, so Svendsen beim 6. IBRO World Congress of  Neuroscience in Prag</p>
<p>Am weitesten fortgeschritten sind die Zelltransplanteure bei der  Parkinson´schen Krankheit. Hier hat man vorwiegend in Schweden und den  USA bereits mit mehreren Hundert Patienten Erfahrungen gesammelt, denen  zumeist Zellen aus abgetriebenen menschlichen Embryonen ins Gehirn  injiziert wurden. Weil diese Methode aber nicht nur ethisch umstritten  ist, sondern auch bei Dutzenden von Patienten als Nebenwirkung  schwerwiegende Bewegungsstarren (Dyskinesien) hervorgerufen hat,  versuchte man sich in jüngster Zeit mit Wachstumsfaktoren, die auf  unterschiedliche Art im Gehirn platziert wurden. Eine Pilotstudie der  kalifornischen Biotechfirma <a href="http://www.amgen.com/">Amgen</a>,  bei der das Molekül GDNF (Glial Derived Neurotrophic Factor) 37  Patienten injiziert wurde ist laut Svendsen „kläglich gescheitert“.  Robert Unterhuber, Pressesprecher der deutschen Amgen-Niederlassung in München räumt ein,  daß man zunächst nicht erfolgreich gewesen sei und daß es zu  unerwarteten Nebenwirkungen gekommen ist. Derzeit liefen weitere Studien  mit einem etwas unterschiedlichen Verfahren, doch sei es noch zu früh,  deren Erfolg zu beurteilen, so Unterhuber.</p>
<p>Svendsen dagegen überraschte kürzlich die Fachwelt mit guten  Nachrichten: Statt GDNF schlagartig ins Gehirn zu injizierten, hatte er  seinen Patienten einen Katheter ins Denkorgan gelegt. Getrieben von  einer kleinen, regulierbaren Pumpe im Bauchraum wurde das GDNF  kontinuierlich in kleinsten Mengen freigesetzt. Die im März in der  Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlichten <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=pubmed&amp;dopt=Abstract&amp;list_uids=12669033&amp;query_hl=1">Daten</a> der ersten fünf Patienten belegen eindrucksvoll die Verringerung der  Bewegungsstörungen um 39 Prozent und die Verbesserung der „Aktivitäten  des täglichen Lebens“ um 61 Prozent binnen eines Jahres.</p>
<p>“Bei täglichen Kosten von annähernd 2000 Dollar könnte allerdings  Armut zur wichtigsten Nebenwirkung dieser Methode werden”, witzelte  Svendsen in Prag. Er will deshalb in Zusammenarbeit mit Patrick  Aebischer und Nicole Deglon von der Universität Lausanne neurale  Stammzellen im Labor mit Hilfe der Gentechnik in GDNF-Produzenten  verwandeln. Im Idealfall müssten diese Zellen dann nur einmal  transplantiert werden, um viele Jahre den Wachstumsfaktor abzusondern.</p>
<p>Der Clou ist dabei der Einbau eines genetischen Schalters,  welcher es den Patienten erlauben soll, die GDNF-Zellen beispielsweise  durch die Einnahme eines Antibiotikums zu aktivieren oder abzustellen.  Im Gegensatz zur bereits hundertfach praktizierten Transplantation  menschlicher fötaler Zellen in das Gehirn von Parkinson-Patienten könnte  man mit dieser Strategie Nebenwirkungen weitgehend vermeiden, hofft  Svendsen.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<ul>
<li> 6. <a href="http://www.ibro.info/">IBRO</a> World  Congress of Neuroscience, Pressemitteilung der  University of Wisconsin</li>
<li><a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12669033">Gill SS et al. Direct brain infusion of glial cell line-derived neurotrophic factor in Parkinson disease. Nat Med. 2003 May;9(5):589-95. Epub 2003 Mar 31.</a></li>
</ul>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong></p>
<ul>
<li><a href="../Stichwort/stammzellen/">Alle  Artikel über Stammzellen bei Simmformation v7</a></li>
<li><a href="http://simmformation.michaelsimm.de/Stichwort/parkinson/">Alle   Artikel über die Parkinson-Krankheit bei Simmformation v7</a></li>
<li><a href="../Stichwort/gentherapie/">Alle  Artikel zur Gentherapie bei Simmformation v7</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Parkinson-Krankheit: Risikofaktor Kopfverletzung</title>
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		<pubDate>Sat, 10 May 2003 15:53:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MSimm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehirn & Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch & Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kopfverletzung]]></category>
		<category><![CDATA[Parkinson]]></category>

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		<description><![CDATA[Schwere Kopfverletzungen vervierfachen das Risiko für die Parkinsonsche Krankheit, berichten Forscher der Mayo-Klinik im amerikanischen Rochester. Patienten, die längere Zeit bewusstlos waren und deren Verletzungen auf Röntgenbildern (CT) sichtbar waren, erkrankten nach etwa 20 Jahren sogar bis zu elf Mal häufiger als Menschen, die niemals am Kopf verletzt wurden. Ein Ärzte-Team um den Neurologen James [...]]]></description>
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		<div style="clear:both;"></div><p>Schwere Kopfverletzungen vervierfachen das Risiko für die  Parkinsonsche Krankheit, berichten Forscher der <a href="http://www.mayo.edu/">Mayo-Klinik</a> im amerikanischen Rochester.  Patienten, die längere Zeit bewusstlos waren und deren Verletzungen auf  Röntgenbildern (CT) sichtbar waren, erkrankten nach etwa 20 Jahren sogar  bis zu elf Mal häufiger als Menschen, die niemals am Kopf verletzt  wurden. Ein Ärzte-Team um den Neurologen James Bower hatte die  Krankengeschichten von 196 Parkinson-Patienten ausgewertet und mit den  Daten von 196 Menschen gleichen Alters und Geschlecht verglichen, die  nicht an Parkinson erkrankt waren. Möglich war dies im Rahmen des <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://mayoresearch.mayo.edu/mayo/research/rep/">Rochester  Epidemiology Project</a></span>. Seit 1909 erfassen Statistiker  dabei sämtliche medizinischen Leistungen für die Einwohner des Bezirks  Olmsted, in dem die Mayo Klink liegt.</p>
<p>„Ich war erstaunt, wie deutlich der Zusammenhang zwischen  Kopfverletzungen und der Parkinson-Krankheit ist“, kommentierte Bower  das Ergebnis der Untersuchung. Auch dass durchschnittlich 20 Jahre bis  zum Ausbruch der Krankheit vergehen, habe ihn überrascht, sagte der  Mediziner. Der Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen ist bisher nicht  bekannt. Deshalb könne man auch derzeit keine Ratschläge geben, wie  Menschen nach einer Kopfverletzung mit dem erhöhten Parkinson-Risiko  umgehen sollten, bekannte Bower. Sinnvoll sei es aber, beim Radfahren  und ähnlichen Aktivitäten einen Helm zu tragen.</p>
<p><strong>Quelle:</strong></p>
<ul>
<li> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=pubmed&amp;dopt=Abstract&amp;list_uids=12771250&amp;query_hl=1">J</a><a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=pubmed&amp;dopt=Abstract&amp;list_uids=12771250&amp;query_hl=1">.H.  Bower, D.M. Maraganore, B.J. Peterson, S.K. McDonnell, J.E. Ahlskog,  and W.A. Rocca; Head trauma preceding PD: A case-control study;  Neurology 2003; 60: 1610 (27.5.2003)</a> und Pressemitteilung der  Mayo-Klinik</li>
</ul>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong></p>
<ul>
<li><a href="../Stichwort/parkinson/">Alle    Artikel über die Parkinson-Krankheit bei Simmformation v7</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Parkinson-Krankheit: Neurologen ziehen Bilanz</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Sep 2001 16:37:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MSimm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehirn & Geist]]></category>
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		<category><![CDATA[DGN]]></category>
		<category><![CDATA[Genetik]]></category>
		<category><![CDATA[Hirnschrittmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Pallidotomie]]></category>
		<category><![CDATA[Parkinson]]></category>
		<category><![CDATA[Risikogene]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefhirnstimulation]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kenntnisse über Entstehung und Diagnose der Parkinsonschen Krankheit sind in den letzten Jahren enorm angewachsen, erklärten Experten auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Aachen. Zwischen 150 000 und 240 000, meist ältere Menschen leiden nach Schätzungen unter der Krankheit, deren wichtigste Merkmale verlangsamte Bewegungen, Zittern und Muskelstarre sind. Gegen diese Beschwerden [...]]]></description>
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			</div></div>
		<div style="clear:both;"></div><p>Die Kenntnisse über Entstehung und Diagnose der Parkinsonschen  Krankheit sind in den letzten Jahren enorm angewachsen, erklärten  Experten auf der Jahrestagung der <a href="http://www.dgn.org">Deutschen Gesellschaft für Neurologie</a> in Aachen. Zwischen 150 000 und 240 000, meist ältere Menschen leiden  nach Schätzungen unter der Krankheit, deren wichtigste Merkmale  verlangsamte Bewegungen, Zittern und Muskelstarre sind. Gegen diese  Beschwerden stehen nicht nur eine Vielzahl von Medikamenten zur  Verfügung, sondern neuerdings auch die Methode der Tiefen Hirnstimulation  zur Behandlung besonders schwerer Fälle, betonten die in Aachen  versammelten Spezialisten.</p>
<p>Ein vom Bundesforschungsministerium mit 17 Millionen Mark  gefördertes „<a href="http://www.kompetenznetz-parkinson.de/">Kompetenznetzwerk</a>“  steckt allerdings auch nach zwei Jahren noch in der Startphase. Mehr  als die Hälfte der bislang verausgabten Gelder sind alleine für die  Planung und Erstellung einer vielfach gesicherten Datenbank für  standardisierte wissenschaftliche Untersuchungen verbraucht worden,  sagte Projektkoordinator <a href="http://www.uni-marburg.de/fb20/neurologie/">Professor Wolfgang Oertel</a> von der Universität  Marburg. Die Abstimmung mit den zuständigen 13 Datenschutzbeauftragten  habe 18 Monate gedauert. Im Prinzip könne jetzt aber „jeder Doktor von  jedem Internet-Cafe der Welt“ zu dem Projekt beitragen, so Deutschlands  bekanntester Parkinson-Experte. Oertel erwartet, dass die Investitionen  sich langfristig auszahlen und das Datenbanksystem innerhalb von zwei  Jahren EU-weit übernommen wird.</p>
<p>Erklärtes Ziel des „Kompetenznetz Parkinson-Syndrom“ ist es, die  Versorgung der Patienten zu verbessern und den Wissenstransfer von der  Forschung in die Praxis zu beschleunigen. Zu den acht  Forschungsschwerpunkten gehören Studien zur Früherkennung sowie zur  Wirksamkeit neuer Medikamente und Operationsverfahren ebenso wie  Kosten-Nutzenrechnungen und der Aufbau von Datenbanken mit Gewebeproben  und genetischen Informationen.</p>
<p>Durch Vergleiche zwischen den Erbinformationen Betroffener und  gesunder Menschen haben Wissenschafter in aller Welt mittlerweile sieben  Gene gefunden, die mit den Parkinson-typischen Krankheitszeichen in  Zusammenhang stehen. Eines dieser Gene – es enthält den molekularen  Bauplan für das Eiweiß Alpha-Synuklein – könnte vielleicht den Tod  spezialisierter Nervenzellen in einem winzigen Teil des Kleinhirns  erklären. Diese Zellen, die mit Hilfe des Botenstoffes Dopamin  Bewegungssignale übertragen, beginnen bereits viele Jahre vor dem  Ausbruch der Krankheit zu sterben. Bei Gewebeuntersuchungen Verstorbener  fanden Pathologen in den Zellen immer wieder Klümpchen aus  Alpha-Synuklein. Bei einer Handvoll Familien, die unter einer erblichen  Form von Parkinson leiden, sind die fatalen Klümpchen offensichtlich die  Folge eines Defekts im Gen für Alpha-Synuklein.</p>
<p>Zwar haben die weitaus meisten Parkinson-Kranken das Leiden nicht  geerbt, doch könnten zufällige Mutationen auch bei ihnen eines der  bekannten oder unbekannten „Parkinson-Gene“ beschädigt haben. Außerdem  halten es viele Wissenschaftler es für wahrscheinlich, dass normales  Alpha-Synuklein sich in Gegenwart bestimmter, Drogen, Medikamente oder  anderer Umwelteinflüsse in die giftige, klümpchenbildende Variante  umwandelt.</p>
<p>Die Suche nach Substanzen, welche die Klümpchenbildung verhindern  könnten, ist bereits in vollem Gange. In Verbindung mit einer  verbesserten Früherkennung könnte diese Strategie den Ausbruch der  Krankheit verzögern oder gar verhindern. Denn noch immer vergehen  zwischen fünf und zehn Jahren zwischen dem Beginn des Nervenzerfalls und  der Diagnose der Krankheit, berichtete Oertels Mitarbeiter Günter  Höglinger. Zu diesem Zeitpunkt sind etwa achtzig Prozent der Dopamin  bildenden Nervenzellen im Bereich der so genannten Substantia nigra  untergegangen. Ob die viel diskutierten Stammzellen den Verlust ersetzen  können, wird man erst in vielen Jahren beurteilen können, räumt einer  der prominentesten Verfechter dieser Forschungsrichtung ein, Otmar  Wiestler vom Institut für Neuropathologie der Universität Bonn.</p>
<p>Helfen können die Ärzte ihren Patienten derzeit nur mit Arzneien,  die den Verlust des Botenstoffes Dopamin vorrübergehend ausgleichen.  Zusätzlich verschreibt man oft Psychopharmaka gegen Schlafstörungen,  Depressionen und anderer Gemütsschwankungen, die sowohl eine Folge der  Krankheit sein können als auch eine Nebenwirkung der Dopamin-Behandlung.</p>
<p>Probleme bereitet die Ersatztherapie auch deshalb, weil ihre  Wirksamkeit mit zunehmender Krankheitsdauer nachlässt. Das Zittern wird  immer stärker, kontrollierte Bewegungen sind mitunter kaum mehr möglich.  Mehr noch fürchten viele das „OFF“, einen Starrezustand, der völlig  unberechenbar eintritt und bis zu zwei Stunden anhalten kann.</p>
<p>Die einzige verbleibende Möglichkeit für diese Patienten sind  komplizierte Operationen am Denkorgan. Mit millimetergenauen Eingriffen  schalteten Neurochirurgen früher die betroffenen Hirnregionen  unwiderruflich durch Hitzeeinwirkung aus (Pallidotomie). Heute bevorzugt  man das Verfahren der Tiefen Hirnstimulation (auch Tiefhirnstimulation), bei dem in spezialisierten  Kliniken eine Elektrode samt programmierbarem Minicomputer implantiert  wird. Der lässt sich dann per Knopfdruck vom Patienten aktivieren, um  die zappelnden Gliedmaßen binnen Sekunden zu beruhigen. Videoaufnahmen,  die den dramatischen Effekt der Tiefen Hirnstimulation dokumentieren,  wurden auch in Aachen gezeigt und gehören sicher zu den  eindrucksvollsten Belegen für die Fortschritte der Neurologie. Um  durchschnittlich 80 bis 90 Prozent ließen sich die Bewegungsstörungen  verringern, berichtete beispielsweise Jens Volkmann von der  Neurologischen Klinik der Universität Kiel. Der Medikamentenverbrauch  sinke nach dem Eingriff im Mittel um 60 Prozent. Etwa jeder zehnte  Parkinson-Patient könnte durch die Tiefhirnstimulation von seinem Leiden  befreit werden, schätzt Professor Volker Sturm, der solche Operationen  an der Kölner Universitätsklinik durchführt.</p>
<p>Wunder können allerdings auch die Neurologen nicht vollbringen:  Die Wirkung der Tiefen Hirnstimulation hält zwar über mindestens neun Jahre  an, wie die Daten der ersten Patienten belegen. Die Lebensqualität  scheint aber nicht im gleichen Maße zuzunehmen, fand die Arbeitsgruppe  um Volker Tronnier an der Universität Heidelberg heraus. Die Ärzte  beobachteten vermehrte Sprech- und Schluckstörungen und notierten  außerdem häufige Depressionen bei gleichzeitiger Abnahme von Initiative  und Motivation. Damit werde „ein Teil des Zugewinns aufgewogen“, mussten  die Experten in Aachen bekennen.</p>
<p><strong>Quelle:</strong></p>
<ul>
<li>74. Kongress Deutsche Gesellschaft für Neurologie.  Aachen</li>
</ul>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://simmformation.michaelsimm.de/Stichwort/parkinson/">Alle    Artikel über die Parkinson-Krankheit bei Simmformation v7</a></li>
</ul>
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