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  • Mit dunkler Schokolade gegen den Schlaganfall?

    Geschrieben am 31. März 2010 MSimm 1 Kommentar

    Als Schokoladen-Fan freue ich mich über die folgende Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Postdam-Rehbrücke. Wenn es stimmt, was dessen Wissenschaftler in einer großen Studie mit 20000 Teilnehmern heraus gefunden haben, dann ist ein tägliches kleines Stück (rezeptfreier) dunkler Schokolade ähnlich wirksam zur Senkung des Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risikos, wie die besten Medikamente, die es derzeit gegen Herzkreislauferkrankungen gibt. Natürlich ist dies kein seriöser Vergleich, und mancher Kollege wird mich deshalb vielleicht schelten, denn untersucht wurden im ersten Fall die Ernährungsgewohnheiten gesunder Männer, während die Medikamente ja in der Regel nur besonders gefährdeten Personen verschrieben werden. Aber interessant wäre es doch, so eine Vergleichsstudie von Statinen gegen Schokolade und ich würde mich dafür sogar freiwillig melden…

    Langzeitstudie: Schokolade kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken

    Der tägliche Verzehr von einem kleinen Stück Schokolade kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken, insbesondere für Schlaganfall. Dabei ist der Effekt zum Teil auf eine blutdrucksenkende Wirkung der Schokolade zurückzuführen. Zu diesem Ergebnis kam ein Forscherteam vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE), nachdem es die Daten einer großen Langzeitstudie mit circa 20000 Teilnehmern ausgewertet hatte.

    Mmmm - dunkle Schokolade. Und gesund ist sie auch noch, denn sieben Gramm am Tag senken den Blutdruck senken und verringern dadurch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle (Foto: Wikipedia)

    Der in dunkler Schokolade enthaltene Kakao enthält viele Flavanole, die sich günstig auf die Elastizität der Blutgefäße und den Blutdruck auswirken. Dies haben in den letzten Jahren verschiedene klinische Kurzzeitstudien belegen können. Ergebnisse aus Langzeitstudien gab es aber kaum. Für die DIfE-Forscher war dies der Grund, den Sachverhalt mit Hilfe der Potsdamer Epic-Studiendaten zu überprüfen und mit dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung zu bringen. Die Epic-Studie ist ein europaweites Projekt, das die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krebs und anderen chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes untersucht. Insgesamt hat Epic 519000 Teilnehmer, deren Daten von 23 Zentren in zehn Ländern erfasst werden. Epic ist eine prospektive Studie, was bedeutet, dass TeilnehmerInnen zu Beginn der Studie noch nicht an der zu untersuchenden Krankheit leiden. Die Risikofaktoren für eine bestimmte Erkrankung lassen sich so vor ihrem Entstehen erfassen. Bei retrospektiven (“zurückschauenden”) Studien dagegen werden bereits erkrankte Menschen befragt. Diese Methode hat aber eine geringere Aussagekraft, weil die Daten durch ein schlechtes Gedächtnis und verfälschte Erinnerungen der Studienteilnehmer ungenauer sind.

    In der aktuellen Studie erlitten während der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von etwa acht Jahren 166 Studienteilnehmer einen Herzinfarkt – 136 Personen erkrankten an einem Schlaganfall. Aus den in den Jahren 1994 bis 1998 erhobenen Epic-Basisdaten ermittelten die Forscher die Zusammenhänge zwischen dem Schokoladenverzehr, dem Blutdruck und dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

    Wie die Studie zeigt, haben Personen, die im Schnitt etwa sieben Gramm kakaohaltiger Schokolade pro Tag verzehren, im Vergleich zu Personen, die nur wenig Schokolade essen, ein um fast 40 Prozent verringertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei sank das Schlaganfallrisiko um fast die Hälfte – das Herzinfarktrisiko verminderte sich um 27 Prozent. Der Erstautor der neuen Studie, Brian Buijsse, war bereits vor vier Jahren durch die Auswertung einer niederländischen Bevölkerungsstudie mit 470 Männern zu ganz ähnlichen Ergebnissen gekommen: Dort hatte sich gezeigt, dass Personen, die im Durchschnitt täglich vier Gramm Kakao verzehren, nicht nur einen niedrigeren Blutdruck, sondern in dem 15-jährigen Beobachtungszeitraum auch ein vermindertes Risiko hatten, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Vier Gramm Kakao ist eine Menge, die mit zehn Gramm Bitterschokolade vergleichbar ist.

    „Schokolade ist für ihren blutdrucksenkenden Effekt bekannt. Da ein hoher Blutdruck für Schlaganfälle ein stärkerer Risikofaktor ist als für Herzinfarkte, haben wir erwartetet, dass der Schokoladenverzehr auch stärker mit einem verminderten Schlaganfallrisiko verbunden ist. Genau dies haben wir in den Studiendaten gesehen“, sagte Buijsse.

    In der aktuellen Studie hatten die Personen mit dem höchsten Schokoladenverzehr einen geringeren Blutdruck als die Personen mit dem geringsten Schokoladenverzehr. Allerdings war der Blutdruckunterschied weniger stark ausgeprägt als in anderen Studien. Ein Grund für die relativ geringe Blutdrucksenkung könne die Vorliebe der meisten Studienteilnehmer für Vollmilchschokolade sein, mutmaßt Buijsse. Denn Vollmilchschokolade hat einen geringeren Kakaoanteil als Bitterschokolade und somit auch einen geringeren Anteil an blutdrucksenkenden Flavanolen.

    Heiner Boeing, Studienleiter der Potsdamer EPIC-Studie, merkt an, dass die neuen Studienergebnisse keinen Freibrief für einen ungehemmten Schokoladenverzehr erteilen. Denn Schokolade in großen Mengen konsumiert macht dick und ist damit ungesund. Geringe Mengen Schokolade können dagegen die kardiovaskuläre Gesundheit verbessern. Dabei sind insbesondere Schokoladen mit einem hohen Kakaoanteil zu empfehlen.

    Quellen:

    Buijsse et al. Chocolate consumption in relation to blood pressure and risk of cardiovascular disease in German adults. European Heart Journal DOI 10.1093/eurheartj/ehq068

    Buijsse B, Feskens EJ, Kok FJ, Kromhout D. Cocoa intake, blood pressure, and cardiovascular mortality: the Zutphen Elderly Study. Arch Intern Med. 2006 Feb 27;166(4):411-7.

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  • Lieber einen dicken Hintern…

    Geschrieben am 1. März 2010 MSimm 2 Kommentare

    … als einen dicken Bauch – so könnte man das Ergebnis einer Studie mit knapp 11000 Teilnehmern zusammenfassen, die Wissenschaftler der Universität München in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism veröffentlicht haben. Dabei ging es den Forschern allerdings nicht um Fragen des Geschmacks sondern um das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Um dieses Risiko abzuschätzen haben Mediziner lange Zeit den so genannten Body-Mass-Index (BMI) genutzt, der sich ausrechnen läßt, wenn man die Körpermasse (in Kilogramm) teilt durch die Körpergröße (in Metern) zum Quadrat. Auch die Weltgesundheitsorgansisation (WHO) setzt trotz zunehmender Kritik von Experten noch immer auf diese Meßgröße.

    Doch der BMI ist ein alter Hut – sagen jedenfalls die Münchener Wissenschaftler um Studienleiter Dr. Harald J. Schneider von der Medizinischen Klinik, Campus Innenstadt. In ihrer Untersuchung hatten sie bei knapp 11000 Freiwilligen anfangs sowohl den BMI gemessen als auch den als WHtR abgekürzten Wert, der sich ergibt, wenn man den Taillenumfang durch die Körpergröße teilt. Als die Forscher nach drei- bis achtjähriger Beobachtungszeit dann die Zahl der Infarkte mit den ursprünglich gemessenen BMI- und WtHR-Werten verglichen war das Ergebnis eindeutig: “Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen”, so Schneider.

    Nicht die Menge, sondern die Verteilung des Körperfetts ist nämlich entscheidend für bestimmte Krankheits-Gefahren, erläutern die Wissenschaftler und sprechen deshalb auch von “gutem und bösem Fett.” Der Speck um den Bauch – also um die Taille – kann schädliche Fettsäuren abgeben und verschiedene Botenstoffe in den Körper abgeben, die Entzündungen fördern, erklären sie. Das passiert auch und gerade in den Gefäßen, was die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) vorantreibt und somit Infarkte begünstigt. Hüft-, Oberschenkel- und Gesäßfett hingegen haben nach jüngsten Erkenntnissen nichts mit dem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zu tun und wirken mitunter sogar schützend, wie manche Untersuchungen zeigen. “Es gibt immer mehr Studien, die belegen, dass die Messung des BMI wenig bringt”, sagt Schneider – und hofft nun darauf, “dass medizinische Fachgesellschaften und WHO ihre Empfehlungen für die Messung des Körperfetts bald ändern.”

    Quelle:

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  • Schlaganfall: Bessere Erholung mit Antidepressiva?

    Geschrieben am 2. Februar 2010 MSimm Keine Kommentare

    Nach einem Schlaganfall erholt sich das Gehirn der Patienten womöglich schneller, wenn sie ein Medikament gegen Depressionen bekommen. Sowohl das Denkvermögen als auch die Lernfähigkeit und das Gedächtnis war bei solchen Patienten nach zwölf Wochen eindeutig besser als bei Kranken, die zum Vergleich lediglich ein Scheinmedikament erhalten hatten, berichten Ärzte der Universität von Iowa (USA) in der Fachzeitschrift Archives of General Psychiatry.

    “Wichtig ist, dass die gemessenen Veränderungen auch dazu geführt haben, dass Alltagstätigkeiten besser bewältigt wurden”, schreiben Ricardo Jorge und dessen Kollegen, die für ihre Studie das Medikament Escitalopram (Handelsname: Cipralex) benutzt hatten, welches bisher nur gegen Depressionen und Angststörungen eingesetzt wird. Insgesamt hatten 129 Schlaganfall-Patienten an der Studie teilgenommen und das Medikament binnen drei Monaten nach dem Hirninfarkt erhalten. Die Arznei sei dabei gut vertragen worden und haben ebenso wenig Nebenwirkungen verursacht wie ein Scheinmedikament, berichten die Ärzte. Die genaue Wirkungsweise antidepressiver Medikamente ist noch immer unklar. Allerdings gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Experimente die gezeigt haben, dass Antidepressiva das Wachstum von Nervenzellen fördern und die Struktur ganzer Hirnregionen verändern können.

    “Wie immer es funktioniert: Unsere Studie hat erstmals gezeigt, dass dieses Medikament zu einer verbesserten Erholung der geistigen Funktionen nach einem Hirninfarkt führt”, behaupten die Wissenschaftler.

    Quelle:

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  • Die Wochenschau 03-2010

    Geschrieben am 25. Januar 2010 MSimm Keine Kommentare
    • Auf Pillen gegen die Multiple Sklerose haben Patienten schon seit langem gewartet. Noch müssen sie sich nämlich Interferone spritzen, um den Verlauf der Krankheit wenigstens zu verlangsamen. Nun berichtet das New England Journal of Medicine jedoch über Erfolge mit zwei Substanzen, die man schlucken kann und die trotzdem die Blut-Hirn-Schranke überwinden: Cladribin und Fingolimod haben in klinischen Studien der Phase III ihre Wirksamkeit belegt, wobei Fingolimod sogar im direkten Vergleich deutlich besser wirkte als die bisher gebräuchlichen Arzneien. Wie einer Zusammenfassung im Deutschen Ärzteblatt zu entnehmen ist, ist ein Nachteil der beiden neuen Medikamente jedoch, dass sie das Immunsystem massiv beeinflussen und dadurch offenbar Infektionen mit Herpesviren ausbrechen können. Zwei dieser Infektionen verliefen in den Studien tödlich, außerdem wurden Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Hautkrebs und andere mögliche Nebenwirkungen registriert.
    • Wer einen Schlaganfall überlebt müsste gewarnt sein und alles tun, um den zweiten Hirninfarkt zu verhindern, sollte man meinen. Dennoch nehmen nach zwei Jahren bis zu 55 Prozent der Patienten vorbeugende Medikamente nicht mehr ein, berichten schwedische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Stroke.
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