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Lieber einen dicken Hintern…
Geschrieben am 1. März 2010 2 Kommentare… als einen dicken Bauch – so könnte man das Ergebnis einer Studie mit knapp 11000 Teilnehmern zusammenfassen, die Wissenschaftler der Universität München in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism veröffentlicht haben. Dabei ging es den Forschern allerdings nicht um Fragen des Geschmacks sondern um das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Um dieses Risiko abzuschätzen haben Mediziner lange Zeit den so genannten Body-Mass-Index (BMI) genutzt, der sich ausrechnen läßt, wenn man die Körpermasse (in Kilogramm) teilt durch die Körpergröße (in Metern) zum Quadrat. Auch die Weltgesundheitsorgansisation (WHO) setzt trotz zunehmender Kritik von Experten noch immer auf diese Meßgröße.
Doch der BMI ist ein alter Hut – sagen jedenfalls die Münchener Wissenschaftler um Studienleiter Dr. Harald J. Schneider von der Medizinischen Klinik, Campus Innenstadt. In ihrer Untersuchung hatten sie bei knapp 11000 Freiwilligen anfangs sowohl den BMI gemessen als auch den als WHtR abgekürzten Wert, der sich ergibt, wenn man den Taillenumfang durch die Körpergröße teilt. Als die Forscher nach drei- bis achtjähriger Beobachtungszeit dann die Zahl der Infarkte mit den ursprünglich gemessenen BMI- und WtHR-Werten verglichen war das Ergebnis eindeutig: “Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen”, so Schneider.
Nicht die Menge, sondern die Verteilung des Körperfetts ist nämlich entscheidend für bestimmte Krankheits-Gefahren, erläutern die Wissenschaftler und sprechen deshalb auch von “gutem und bösem Fett.” Der Speck um den Bauch – also um die Taille – kann schädliche Fettsäuren abgeben und verschiedene Botenstoffe in den Körper abgeben, die Entzündungen fördern, erklären sie. Das passiert auch und gerade in den Gefäßen, was die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) vorantreibt und somit Infarkte begünstigt. Hüft-, Oberschenkel- und Gesäßfett hingegen haben nach jüngsten Erkenntnissen nichts mit dem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zu tun und wirken mitunter sogar schützend, wie manche Untersuchungen zeigen. “Es gibt immer mehr Studien, die belegen, dass die Messung des BMI wenig bringt”, sagt Schneider – und hofft nun darauf, “dass medizinische Fachgesellschaften und WHO ihre Empfehlungen für die Messung des Körperfetts bald ändern.”
Quelle:
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Die Wochenschau 04-2010
Geschrieben am 1. Februar 2010 2 Kommentare- Zehn Milliarden Dollar für die nächsten zehn Jahre will Bill Gates mit seiner Stiftung investieren, um Impfstoffe für die ärmsten Länder der Welt zu entwickeln. Durch verstärkte Anstrengungen ließen sich allein bis zum Jahr 2020 annähernd acht Millionen Kinder retten, verbreitete der Software-Milliardär auf einer Pressekonferenz am Rande des Weltwirtschaftsgipfels in Davos.
- Dicke Kinder sind „eine Folge der gesellschaftlichen Modernisierung, wobei Übergewicht maßgeblich durch das Auseinanderfallen sozialer und kultureller Strukturen begünstigt wird: durch die Folgen der Überflussgesellschaft auf der einen und durch familiäre Erosionsprozesse und Funktionsdefizite auf der anderen Seite.“ Festgestellt haben dies Forscher der Universität Stuttgart in einer Studie, auf die ich durch meinen Kollegen Dr. Thomas Kron aufmerksam wurde. Am besten lesen Sie dessen Bericht dazu auf seinem Blog “Medizin & Meinung”.
- Sie sind zwar pflanzlicher Herkunft, deshalb aber nicht unbedenklich: Ginkgo-Präparate, die besonders in Deutschland gerne eingenommen werden, um das Denkvermögen zu fördern, könnten epileptische Anfälle auslösen, warnen Forscher der Universität Bonn. Im Journal of Natural Products haben Eckhard Leistner und Christel Drewke zehn solcher Vorfälle dokumentiert. Nun seien sie überzeugt, dass Arzneien auf der Basis von Ginkgo biloba schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben könne, schreiben die Wissenschaftler. Im Verdacht haben sie einen bestimmten Inhaltsstoff des Baumes, das so genannte Ginkgotoxin. Diese Substanz könne chemische Signalwege im Körper verändern, schreiben sie. Die Hersteller fordern sie auf, den Ginkgotoxin-Gehalt auf den Verpackungen der verschiedenen Präparate anzugeben.
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Presseschau vom 31. Dezember
Geschrieben am 31. Dezember 2009 Keine KommentareJa, ja. Die guten Vorsätze. Einer davon ist, mehr Leben auf meine Webseiten zu bringen. Deshalb gibt´s ab sofort alle paar Tage diese Presseschau mit Meldungen, die im weitesten Sinne mit Medizin und Gesundheit zu tun haben. Und los geht´s:
- Das Land Baden-Württemberg “sitzt auf” 2,6 Millionen Dosen Schweinegrippe-Impfstoff, empört sich die Badische Zeitung auf Seite 1, und meldet im Innenteil, dies sei nur ein Drittel der bestellten Menge. Im Ländle wurden demnach nur etwa eine Million Einwohner geimpft (von denen ich einer bin) und der Preis liegt bei sieben Euro pro Dosis.Für 30 Prozent der Bundesbürger wurde deutschlandweit Impfstoff geordert, wobei man noch von zwei notwendigen Impfungen ausging. Jetzt will man mit den Herstellern verhandeln, um weniger abnehmen zu müssen. Im Kommentar ereifert sich Michael Neubauer: “Ob bei Weltgesundheitsorganisation oder bei Politikerrunden: Die Impfstoffhersteller saßen an den Krisentischen.” Und weiter “Sich die Frage zu stellen, wie stark Politik und Öffentlichkeit der Pharmalobby auf den Leim gegangen sind, muss ein Pflichtvorsatz fürs neue Jahr sein.” Sorry, da muss ich widersprechen. Mag sein, dass man die Gefahr überschätzt hat, doch wer hätte es besser machen können? Der Politkommentator der Badischen Zeitung vielleicht? Nein – diese Gleichung hatte einfach zu viele Unbekannte und mir ist es allemal lieber, dass mein Steuergeld und meine Krankenkassenbeiträge solch eine Lebensversicherung mitfinanzieren, als Abwrackprämien, Milchbauersubventionen und anderen Blödsinn.
- Das Statistikamt der EU, Eurostat, hat Vergleichszahlen über die Jugend in den 27 Mitgliedsländern der EU vorgelegt. Für mich sind interessant die Zahlen über den Anteil der Raucher bei den 15 – 24jährigen (35 Prozent). Nur die Ungarn und die Österreicher quartzen demnach mehr. Auch beim Saufen stehen deutsche Jugendliche in der ersten Reihe: Jeder zweite der 15 – 16-Jährigen ist hierzulande mindestens ein Mal im Jahr betrunken, neun von zehn in diesem Alter tranken mindestens ein mal im Jahr Alkohol. Bei der Drogen stellte Eurostat fest, dass knapp 15 Prozent der Deutschen zwischen 15 und 34 Jahren kiffen und 1,7 Prozent koksen. Dick sind sie auch noch: Mit 26,5 Prozent Übergewicht für die Altersklasse von 15 bis 24 und 42,7 Prozent für die Altersklasse von 25 bis 34 liegen wir jeweils auf Platz drei unter den 27 EU-Ländern.



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