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Über mich
Was ich mir denke passt – auch wenn ich mich sehr beschränke – nicht auf einen Knopf an meiner Brust”, hat der Liedermacher Reinhard May einmal gesungen.
Mir geht es genau so, und deshalb ist meine Biographie hier auch etwas länger ausgefallen. Für die ganz Eiligen habe ich aber eine Kurzversion:
Michael Simm ist 49 Jahre alt, lebt bei Offenburg, ist in einer glücklichen Beziehung und verdient sein Geld recht mühsam als Journalist für Medizin & Wissenschaft. Außer dieser geschäftlichen Webseite unterhält und betreut er noch ein halbes Dutzend weitere Webseiten. Er fährt gerne mit dem Mountainbike durch den Schwarzwald, hält sich für einen Weltverbesserer und ist trotz allem Optimist.
Die frühen Jahre: Sitzenbleiber & verhinderter Genklempner
- geboren in Heidelberg vor bald 50 Jahren bin ich aufgewachsen im schönen und nur wenige kilometer Neckar-aufwärts gelegenen Städtchen Neckargemünd. Verheißungsvoller Start einer Karriere als Naturforscher: Ich sammle Steine, Muscheln, Käfer und anderes Getier, beobachte Vögel, ziehe Kaulquappen und Salamanderlarven auf, züchte Guppys und andere Aquarienfische und bringe zum Entsetzen meiner Mutter Molche, Eidechsen und Blindschleichen ins Haus. Sie beruhigt sich wieder, als ich das Lesen entdecke, meinen Privatzoo wieder auflöse und mich statt dessen einer stetig wachsenden Briefmarkensammlung widme.
- Das Ablenkmanöver gelingt, denn innerlich habe ich längst beschlossen, Tierfilmer zu werden. Meine Helden heißen Bernhard Grzimek und Jacques Cousteau, Heinz Sielmann und Eugen Schuhmacher. Winnetou finde ist aber auch gut, und wenn ich groß bin will ich nach Amerika.
- Spaß an der Schule hatte ich keinen, die aufgezwungen Interpretationen im Deutschunterricht fand ich doof, die Lateinstunden völlig überflüssig. Mathe habe ich nicht kapiert und außerdem gab es immer etwas Wichtigers, als die Hausaufgaben zu machen. In der neunten Klasse bin ich dann am Gymnasium Neckargemünd völlig zu Recht und mit Pauken und Trompeten sitzen geblieben.
- Lag´s an den Lehrern und der Schule, lag´s an den neuen Freunden, meiner ersten Freundin Gabi oder vielleicht auch ein bisschen an mir? Jedenfalls habe ich nach einem Wechsel ans Gymnasium des Englischen Instituts in Heidelberg ziemlich schnell die Kurve gekriegt. Meinen Plan, Bernhard Grzimek zu beerben, musste ich aber fallen lassen, den ich bin allergisch gegen Tierhaare, habe Heuschnupfen und kriege Juckreiz und tränende Augen, sobald ich mich ins Freie bewege.
- “Na gut, dann werde ich eben ein berühmter Forscher”, lautete der Beschluss. Inspiriert und fasziniert von den Möglichkeiten der modernen Biologie und einer Autobiographie des Nobelpreisträgers James Watson, in der alles ganz einfach klang, (außerdem unter Druck wegen einer hochriskanten Getränkewette) knackte ich sogar den Numerus clausus, fuhr mit Freunden 10 Wochen kreuz und quer durch die USA und ward anschließend ein neuer Mensch: Ein Student!
- Doch oh weh und ach: Eigentlich wollte ich doch nur mit Gentechnik die Welt verbessern, zum Beispiel ein paar Bakterien züchten, die Dioxin wegfressen oder einen Impfstoff gegen Aids entwickeln. Und nun stand ich da in meiner Lieblingskneipe, der Ratsschänke, und musste mich rechtfertigen vor angehenden Bankern und Juristen, vor Romanisten und zukünftigen Taxifahrern, die mich allesamt für einen verkappten Frankenstein halten. Leuten wie mir müsste man das Handwerk legen hieß es, denn “Ihr bringt uns noch alle um!”.
- Dass auch ich fleißig gegen Kernkraftwerke protestiert habe, dass ich mich für selbstkritisch halte und gut informiert zählte nicht. Ein Berufsverbot musste her für Leute wie mich! Dieter Nuhr hätte gesagt: “Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten”. Wir aber ertränkten unsere Meinungsverschiedenheiten in Pils und Tequila, berauschten uns zusätzlich an der Rockmusik der 80er Jahre – und ich bewarb mich für ein Stipendium nach Kalifornien. Vielleicht, so denke ich im Rückblick, waren es ja diese Abende in der Ratsschänke, die mir das Gefühl gaben, ich müsste anderen die Welt erklären und Journalist für Medizin & Wissenschaft werden
Die Wende zum Journalismus
- Student in Heidelberg – das klingt vielleicht ganz nett, doch sooo viel anders als in der Schule war das auch wieder nicht. Immerhin lernten wir die Blümchen und die Bienchen näher kennen, sahen wahrhaft gruselige Filme über Kakerlaken, Läuse, Flöhe, Wanzen und andere Blutsauger in den Vorlesungen des Professor Volker Storch und erfuhren von Professor Heinz-Friedrich Möller, wie man die größeren Tiere schmackhaft zubereitet. Dann kam der Hammer: Ich hatte tatsächlich die Bewerbung für das Stipendium gewonnen und durfte nun für fast ein Jahr in die USA, ja sogar nach Kalifornien an eine der besten öffentlichen Unis der Landes.
- California Polytechnic State University San Luis Obispo – welch ein Bandwurmname für eine Universität! Tatsächlich war die Zeit an der “Calpoly” so fantastisch, dass ich bereits Pläne schmiedete, auszuwandern und die amerikanische Staatsbürgerschaft zu beantragen. Nun ja, um ehrlich zu sein, gab es da noch einen weiteren Grund für meine Begeisterung – aber Sie müssen ja nicht alles wissen

- Um die Sache etwas abzukürzen: Mein Studium habe ich nach der Rückkehr nach Heidelberg noch ganz ordentlich zu Ende gebracht und dabei die letzten 15 Monate damit verbracht, am Zentrum für Molekulare Biologie einen winzigen Schnipsel Erbsubstanz zu erforschen. Das Ergebnis ist ein Traktat mit dem Titel: “Untersuchungen zur Regulation synthetischer Promotor-Operator-Konstrukte nach ortsspezifischer Integration in das E. coli-Chromosom”.
- Seitdem darf ich mich auch Diplom-Biologe schimpfen. Schade nur, dass ich offensichtlich unfähig war, meinen Tequila-Kumpels (Sie wissen schon – die aus der Ratsschänke) zu erklären, was ich da eigentlich gemacht habe und wozu das gut sein soll. Noch dümmer war es festzustellen, dass ich für die Forschung eigentlich viel zu ungeduldig bin und auch nicht wirklich erpicht darauf, mich den Rest meines Lebens mit all diesen Details herumschlagen. So stand ich da nun mit all meinen Lehrbüchern im Kopf, und wäre da nicht mein Freund Jörg gewesen – wer weiß – vielleicht stünde ich heute noch da.
- Jörg nämlich habe ich es zu verdanken, dass ich zunächst ein paar holprige Aufsätze für die Rhein-Neckar-Zeitung schreiben durfte, woran ich so viel Gefallen fand, dass ich beschloss, Wissenschaftsjournalist zu werden. Es folgten nicht wenige Bewerbungen bei verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen und ein Praktikum bei der “Welt”, das zu meiner Überraschung fast nahtlos in einen Redakteursposten mündete. Ein weiteres Stipendium – diesmal von der Robert-Bosch-Stiftung – kam dadurch eigentlich zu spät und so durfte die Stiftung ihr Geld behalten. Inzwischen habe ich so an die 2500 Artikel geschrieben – die meisten davon als Selbstständiger, aber auch als Redakteur der Süddeutschen Zeitung und als Fester Freier beim Focus.
- Als eine Art Schaukasten für diese, meine berufliche, Tätigkeit habe ich 1999 meine erste Webseite zusammengeschraubt. Simmformation heißt sie (aus “Simm” + “Information” zusammengezogen), und bietet Artikel, Trends und Hintergründe aus Medizin, Pharma- und Hirnforschung. Mittlerweile ist bereits die siebte Version online. Dass meine Geschäfts-Webseite geraume Zeit auch den kämpferischen Slogan “gegen Infomüll, Hysterie und allgemeine Verblödung” trug, sagt wohl auch einiges über mich. Zehn Jahre später muss ich zugeben: Der Kampf war nicht besonders erfolgreich. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass selbst Marcel Reich-Ranicki
gegen Dummheit und Ignoranz wenig ausrichten konnte und obwohl ich nicht religiös bin, finde ich Gefallen an dem so genannten Gelassenheits-Gebet
: - “Gott erweise uns die Gnade, Dinge hinzunehmen, die wir nicht ändern können, den Mut, Dinge zu ändern, die geändert werden sollten, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.”
Blogger & Mountainbiker, Weltverbesserer & Optimist
- Gelassen bleiben. Ich gebe zu, dass ist nicht wirklich meine Stärke. Jedenfalls juckt es mich immer wieder, meine Ansichten und Einsichten zu verbreiten. Deshalb konnte ich auch der Versuchung nicht widerstehen, auch noch ein Blog einzurichten. Ich habe es “Michels Universum” genannt und der Untertitel “Ansichten, Einsichten und Entdeckungen” ist Programm und Inhaltsangabe zugleich. Neben Gedanken zu tagesaktuellen Themen finden Sie dort hoffentlich nützliche Tipps zu Reisezielen, Büchern, Filmen, Ausstellungen und technischen “Spielzeugen”, die mir gefallen haben. Nicht zuletzt bietet mein Blog auch Ihnen die Gelegenheit, ihre Meinung zu sagen, andere zu loben oder richtig Dampf abzulassen, solange die Grenzen der freien Meinungsäußerung nicht überschritten werden.
- Den Menschen, die ihre Energie lieber in Bewegung umsetzen und im Raum Offenburg zu Hause sind, möchte ich noch empfehlen, einmal bei http://mtb.michaelsimm.de
vorbei schauen. Dies ist die Homepage des Mountainbike-Teams 361 Grad, einer gut gelaunten Truppe von derzeit ca. 50 HobbyradlerInnen. Wir laden ein zu Ausfahrten in die Hügel des Schwarzwaldes und darüber hinaus. Ob Männlein oder Weiblein, Gelsattel oder Carbon, Speck-weg-Trainierer oder Waschbrettbauch-Besitzerin ist unwichtig – mit uns kommt jeder über den Berg! - So, jetzt wissen Sie schon eine ganze Menge über mich. Die Frage, “Wer bin ich?” habe ich mir übrigens auch schon gestellt und die beste Antwort, die mir eingefallen ist, lautet: Ein Mensch, der die Welt verbessern will, der bei sich angefangen hat – und der noch nicht besonders weit gekommen ist. Das gilt leider auch für meine Webseite besser-machen.de. Sie ist gedacht als gemeinnütziges Projekt, um Menschen und Ideen und Projekte bekannt zu machen, die die Welt verbessern. Nachdem dieses “soziale Experiment” jahrelang im Baustellen-Stadium stecken geblieben war, habe ich die neue Version im Frühjahr 2011 dann aber doch noch online gebracht – und zwar ganz ohne fremdes Geld oder Unterstützung.
In diesem Sinne vertraut auf die Zukunft
Ihr / Euer



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